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Full text : Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

3.  Acidum  aceticum  coneentratnm,  aus  Deutschland, ­
  namentlich  aus  Württemberg  via  Marseille,  am  meisten
convenirend;  Einfuhr  10—15  Tonnen  jährlich.
4.  Acidum  benzoicum.  Wegen  Billigkeit  des  Preises
wird  es  nur  aus  Deutschland  bezogen,  wogegen  das  feine  französische ­
  Präparat  kaum  in  Anspruch  genommen  wird.
5.  Acidum  citricum  kömmt  im  gereinigten  Zustande  nur
aus  England  und  Frankreich  zu  convenablen  Preisen  und  ist
gegenwärtig  (1872)  äusserst  theuer  wegen  Missrathen  der
Citronen.  Einfuhr  bis  5  Tonnen  per  Jahr.
6.  A  c  i  d  u  m  h  y  dr  o  c  h  1  o  r  i  c  u  m  kömmt  nur  aus  Frankreich,
wo  der  Preis  per  Tonne  kaum  100  Fres.  erreicht;  Einfuhr  bis
100  Tonnen  jährlich.
7.  Acidum  nitricum  concentratum  purnin  muss  aus
Marseille  bezogen  werden,  weil  die  Lloydschiffe  Salpetersäure
nicht  annehmen  ;  jährliche  Einfuhr  circa  50  Tonnen.
8.  Acidum  phenicum  (Carbolsäure)  liefert  als  beste
Waare  England;  die  englische  krystallisirte  Carbolsäure  hält
die  stärkste  Hitze  aus,  während  deutsche,  österreichische  und
französische  Waare  schnell  sich  löst.  Desshalb  wird  auch  die
englische  vorgezogen,  deren  Einfuhr  circa  5  Centner  erreicht,
in  verschiedenartiger  Packung  in  kleinen  und  grossen  Flaschen.
Preis  bis  1  y 2  Shilling  das  englische  Pfund.  (Hierzu  zwei  Muster.)
9.  Acidum  pyrogallicum  wird  für  Photographie  viel
verbraucht  und  nur  wegen  der  Packung  (in  kleinen  Flaschen)
beigegeben;  Bezug  aus  Frankreich  blos  wegen  des  hübschen
Aeusseren,  während  eigentlich  die  deutsche  Waare  viel  besser  ist.
10.  Acidum  sulfuricum;  weil  die  Lloyd-Gesellschaft
keine  flüssigen  Säuren  annimmt,  müssen  wir  die  starke,  sogenannte ­
  sächsische  Schwefelsäure  entbehren  und  mit  schlechterer
französischer  uns  begnügen.  Obgleich  erstere  mittelst  Segelschiffen ­
  via  Oesterreich  bezogen  werden  kann,  ist  ihre  Einfuhr
dennoch  unbedeutend.  Die  jährliche  Einfuhr  französischer  Waare
beträgt  circa  50—60  Tonnen  bei  einem  Preise  von  150  bis
160  Frcs.  per  Tonne.
11.  Acidum  tartaricum  liefern  alle  Länder,  sehr  billig,
Hannover,  Pforzheim,  Mannheim  und  Stuttgart,  am  billigsten
jedoch  Pest;  Einfuhr  50  Tonnen  per  Jahr.
            
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