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30. Crocus (Saffran) kömmt hier in drei Sorten vor:
a) Ausgewählter Saffran, trocken und dem österreichi
schen etwas ähnlich, nur nicht so aromatisch. Er kostet
hier circa 55 Francs, kömmt nicht häufig vor und auch gar
nicht zur Ausfuhr (ein Muster).
b) An atolisch er Saffran, mit Wachs gemengt (ein Muster),
steht dem vorigen an Qualität etwas nach und erscheint in
grosser Menge, jedoch blos für den hiesigen Gebrauch,
nicht für die Ausfuhr; der gegenwärtige etwas hohe Preis
beträgt 1500 Frcs. per Centner.
c) Rumelischer Saffran (mit Muster) ist feucht und be
sonders für den Export nach England und Frankreich
bestimmt; Preis gegenwärtig hoch, 900—1000 Frcs. per
Centner. Seine beste Bezugsquelle istSalonich oderMonastir.
Die jährliche Ausfuhr erreicht kaum 15—20 Centner.
31. Cus sin wird trotz der Nähe seines Heimatlandes aus
Frankreich und Deutschland bezogen.
32. Cyankalium käme aus Oesterreich viel zu theuer,
wesshalb es aus Deutschland eingeführt wird.
33. Emplastra (Pflaster) liefern am gediegensten Frank
reich und England, und zwar in Schachteln oder schon auf Lein
wand gestrichen; blos Emplastrum Chantaridum bezieht man
von C. Erba in Mailand. Oesterreich erzeugt für den Handel
nicht das Geringste davon.
34. Extracte. Hierin behaupten die Engländer unstreitig
den ersten Platz und alle ihre Extracte sind trotz der hohen
Preise jenen anderer Länder vorzuziehen. Hierzulande bereiten
sich die meisten Apotheker ihre Extracte selbst, jedoch nicht in
genügender Menge, so dass noch viele aus England, Deutsch
land und Oesterreich bezogen werden.
35. Flores. Die reiche Flora der Türkei würde es wol
ermöglichen, die meisten officinellen Blüthen im eigenen Lande
in genügender Menge sammeln zu können, allein trotzdem wird
der grösste Theil von Oesterreich geliefert (Deutschland und
Frankreich fordern zu hohe Preise); blos Flores Chamomillae,
Tiliae, Sambuci, Malvae und Althaeae werden fast nie vom Aus
lande eingeführt, da sie in genügender Menge auf den hiesigen