75. Oleum Rosarum, ein Luxusartikel, welcher selten
rein zu haben ist, indem schon an den Orten seiner Gewinnung,
Kissanlik (in Rumelien) und Smyrna, die Blätter bei der Destil
lation gemengt werden, worauf noch in Constantinopel bei eini
gen, besonders armenischen und griechischen Ausfuhrhäusern,
die Versetzung desselben mit raffinirtem Geraniumöl (zu 1 Drittel')
folgt. Solche Fälschung ist sehr schwer zu erkennen, denn das
Gefrieren und Krystallisiren bei einer Temperatur von 10° wird
durch chemische Beimischungen vollkommen ergänzt und ist die
chemische Analyse zu unverlässlich. — Kisanlik liefert die bes
sere Waare, in guten Jahren bis 500 Oka (1125 Pfd.), in zinner
nen Gefässen zu 1 Oka (2 </ 4 Pfd.) netto Inhalt.
76. Oleum Sesami (Sonnenblumenöl) sollte in grösster
Menge aus Italien bezogen werden, während indessen Süd-
Frankreich mehr Convenienz bietet. Die schöne, weisse Waare
wird häufig anstatt Mandelöl versendet und auch verbraucht;
seine Einfuhr übersteigt jährlich 30 Tonnen bei einem Preise (in
Frankreich) von 115—120 Frcs. per 100 Kilo.
77. Oleum Terebinthinae. Russland ist die einzige
Bezugsquelle, mit welcher kein anderes Land concurriren kann;
seine Einfuhr erreicht jährlich circa 500 Fass, jedes zu 100 Pud.
78. Opium liefern verschiedene Ortschaften der Türkei,
und zwar:
I a -Waare liefern: Kjutahia, Davschanli, Gheive, Balikesir ;
i II ;l -Waare: Sivrishtssar, Angora, Eskischehr, Lefke, Majättia,
Konia, Buldur;
IIP 1 -Waare: Bey-Bazar, Nalli Han, Biledschik, Kara Hissar.
Es wird mannigfach verfälscht, so mit Brotrinde, Mohn
blättern, selbst blos zur Vermehrung des Gewichtes mit Blei
kugeln.
Die beste Waare gibt 10—12°/ 0 , die mittlere 8—B 0 /,, und
die letzte 6—7% Morphin.
Die Constantinopler Exporteure offeriren ihr Opium mit
8—9% Gehalt und überarbeiten die Exporthäuser häufig die
Waare, um deren verschiedene Qualitäten gleichförmig zu
machen.
Indisches, egyptisches und persisches Opium kömmt am
hiesigen Platze nicht vor.
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