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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

Opium und Rosenöl. 
Von Hammel - und H i r z e 1. 
Opium. 
Opium ist einer der kostbarsten Export-Artikel der Türkei 
und beschäftigt in Constantinopel und mehr noch in Smyrna eine 
grosse Anzahl von Handlungshäusern. Es ist der Saft, welcher 
durch Einschnitte in die Kapsel der Papaver somniterum 
gewonnen wird. Diese Pflanze kommt in einem grossen Theile 
von Anatolien vor. Die Hochebene von Angora scheint einiger- 
massen die Grenze für dieselbe zu bilden. Auf der westlichen 
Seite derselben dehnt sich das Opium-Gebiet von Amassia bis 
Afion Karahissar und Umgegend aus. Die geographische Lage 
bedingt, dass das Opium von Amassia, Angora, Bei Bazar, Geive, 
Tauschanli, Balukesser hauptsächlich nach Constantinopel auf 
den Markt kommt, während die südlicher gelegenen Orte ihr 
Product nach Smyrna schicken. Constantinopel erhält ungefähr 
den vierten Theil der ganzen Ernte. Im Innern wird der Preis 
sehr verschieden gemacht, je nach dem Platzusus der einzelnen 
Plätze. Im Allgemeinen wurde letztes Jahr der Preis in Piaster 
die türkische Lira zu 120 Piaster bestimmt. Von 260 Piaster für 
die Oka angefangen, stieg der Preis sehr schnell in Folge der 
Nachrichten Uher die kleine Ernte und mehr noch in Folge der 
Speeulation auf 300, später auf 340 Piaster. 
In Constantinopel wird Opium per Oka gegen Piaster die 
türkische Lira zu 100 Piaster verkauft. Entgegen dem Gebrauche 
von Smyrna gibt es keine beeidigten Untersucher, so- dass der 
Käufer gezwungen ist, die Waare entweder selbst zu untersuchen 
oder von einem Kenner untersuchen zu lassen; wobei dann 
Streit mit dem Verkäufer selten ausbleibt. Diess System hat jedes
	        
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