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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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der Felder und wo möglich in der unmittelbaren Nähe eines 
Baches aufgestellt und das Holz zur Feuerung daneben auf 
gestapelt. Der Destillir-Apparat besteht aus einem einfachen 
Kolben von verzinntem Kupfer, welcher auf einem Herd von 
Steinen steht. Das Rohr geht durch ein Kühlfass, in welchem 
das Wasser fortwährend durch eine Rinne erneuert wird und 
mündet in eine grosse Flasche. Sobald die Rosen aufgegangen 
sind, werden sie vor Sonnenaufgang gepflückt und müssen an 
demselben Tage destillirt werden. Ungefähr 10 Oka (gleich 
12-S3 Kilogramm) Rosen werden in den Kolben geworfen, 
ungefähr 40 Oka Flusswasser hinzugegossen und die Destil 
lation beginnt. Das Product der Destillation, das Rosenwasser 
wird nochmals destillirt. Nach und nach scheidet sich das 
ätherische Oel von dem Wasser ab, wird mit einem Lötfel 
abgeschöpft und wenn ein grösseres Quantum beisammen ist, 
ganz vom Wasser befreit. Das Wasser wird von neuem .zur 
Destillation der Blüthen benützt und was davon schliesslich 
übrig bleibt, als Rosenwasser verkauft. Auch die destillirten 
Rosenblätter werden verwerthet, um Liqueure und Confituren 
damit zu parfümiren. 
Die Rosenpflanzen werden im Herbste gesetzt und zwar 
etwa 25 Centimeter tief in horizontaler Lage in die Erde. 
Schon im nächsten Frühjahr erscheint die junge Pflanze Uber 
der Erde. 
Gewöhnlich trägt sie im zweiten Jahre einige wenige 
Blüthen, welche aber kein oder nur so wenig 01 geben, dass 
es sich nicht lohnt, sie zu destilliren. Im dritten Jahre tragen 
sie schon ziemlich viel Blüthen, denn ein Donum (gleich 
919-3 Quadratmeter) gibt schon ungefähr 100 Oka Rosen 
bei einer Durchschnitts-Ernte. 
Im vierten Jahre erreichen sie das Maximum der Products- 
fähigkeit 200—300 Oka Rosen per Donum. Die Blüthenernte 
hängt sehr von dem Wetter während des Winters ab, denn die 
Rosenstauden sind sehr empfindlich für die Kälte und gefrieren 
leicht. Die Nebel wirken auch in gefährlicher Weise auf die 
Knospen und Blüthen. 
Die Rosenölernte selbst ist noch in weit grösserem Maasse 
von dem Wetter während der Destillation abhängig. Ist der
	        
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