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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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Ausserdem sind die rothen Weine von Rodosto, Galipoli 
und Lampsaki zu nennen, die in der Qualilät den beiden vorigen 
weit nachstehen und von 60—90 Para die Oka unter demNamen 
griechischer Wein von der ärmeren Classe der Bevölkerung con- 
sumirt wird; der jährliche Verbrauch in Constantinopel wird auf 
400.000 Oka oder 8000 Eimer geschätzt. 
B. Import. 
Wie bereits erwähnt, steht die einheimische Production mit 
dem Verbrauche in keinem Verhältnisse. Um den hiesigen 
Bedarf zu decken, ist die Einfuhr ausländischer Weine unab- 
weislich. 
Die grösste Menge wird aus Frankreich importirt, welches 
in Folge der niederen Preise seiner Weine den hiesigen Markt 
ganz beherrscht. 
Im Jahre 1871 bezifferte sich die Einfuhr aus Frankreich 
auf circa 18.000 Eimer im Werthe von 2 Millionen Gulden. 
Obwol seit dem letzten Kriege die Preise der französischen 
Weine um ein Viertel stiegen, kostet der Eimer am hiesigen 
Platze je nach der Qualität nicht mehr als 20—40 Frcs. oder 
8—16 fl. Die Einfuhr aus Frankreich wird durch die niedere 
Fracht an Bord der Messagerie-Dampfer (circa 2 Francs per ein 
Eimer) und die vortheilhaften Zahlungs-Modalitäten begünstigt. 
Bei feineren Sorten werden 12 Monate, bei ordinären Sorten 
9 Monate Respiro gewährt. 
Die Zahlung erfolgt tiberdiess mittelst Wechseln von fl Mo 
naten, so dass im Ganzen dem Käufer ein Respiro von 15, 
beziehungsweise 12 Monaten zugute kommt. In Constantinopel 
sind mehrere französische Firmen, die sich ausschliesslich mit der 
Einfuhr französischer Weine beschäftigen; Ineistens sind es Filia 
len der bedeutendsten Handelshäuser von Cette, Marseille und 
Bordeaux. 
Die österreichisch ungarischen Weine gemessen hier einen 
ausgezeichneten Ruf, können aber in der Billigkeit mit den fran 
zösischen Weinen nicht concurriren. Die hohen Frachtspesen 
auf der Bahn und an Bord der Lloydschiffe und die Schwierig 
keiten in Ansehung der Zahlung, welche unseren Handel über 
haupt beeinträchtigen, verleiden die Einfuhr dieser schon am
	        
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