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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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Arbeiter in den englischen Bergwerken nach demStrike weniger 
Stunden in der Woche als früher arbeiten, und darauf abzielen, 
eine weitere Verminderung der Arbeitsstunden und eine Erhöhung 
der Löhne zu erwirken. 
Die Steinkohle wird in England behufs ihrer Weiterbeförde 
rung theils auf Segel-, theils auf Dampfschiffen verladen. In der 
letzten Zeit geschieht der Transport zum grössten Theile auf 
Dampfschiffen, welche zweifellos recht bald diesen Transport 
ganz und gar monopolisiren werden. 
Unter den Segelschiffen mit Steinkohlenladungen aus Eng 
land sind die österreichisch - ungarischen die zahlreichsten, 
hierauf die norwegischen und schwedischen, an welche sich die 
englischen, die preussischen und die italienischen reihen, wäh 
rend die in gleicher Weise befrachteten Dampfschiffe nur dei 
englischen Flagge angehören. 
Bei dieser Gelegenheit kann auch der Frachtspesen und in 
Verbindung damit der übrigen Factoren als: Sensarie, Asse- 
curanz, Magazinage u. s. w. Erwähnung gemacht werden, welche 
sei es in den Preisen am Exportplatze bereits enthalten sind, sei 
es die Preise am Importplatze erklären. 
Die Frachtspesen variiren zwischen 12 und 18 Schilling per 
Tonne und sind gegenwärtig am höchsten, d.i. zu 17 bis 18 Schil 
ling. Die Einfuhr der Steinkohle aus der Levante ist mit einem 
Zoll von2Schilling und 4 Pence per Tonne belastet, wobei jedoch 
bemerkt werden muss, dass sämmtliche fremde Sehiftahrts Gesell 
schaften von der Entrichtung dieses Zolles befreit sind. 
Die Sensarie beträgt 2»/ 0 und ist von dem Verkäufer allein 
zu entrichten. — Die Assecuranzgebühr variirt zwischen */ 2 und 
l°/o, je nach der Jahreszeit und der Classe der Schiffe. Die jähr 
liche Miethe für Magazine zu 1000 Tonnen beläuft sich im Hafen 
von Constantinopel selbst auf 150—180Livres, amBosporus hin 
gegen auf 80—100 Livres. 
Der Verkauf und Ankauf der Kohle geschieht auf Grund 
des Connaissements mit einer vom Capitän dem Empfänger zu 
leistenden Vergütung von 1—2°/ 0 auf den Betrag der Fracht. 
Wenn man jedoch den Verdacht schöpft, dass der Capitän sich 
einen Missbrauch zu Schulden kommen liess, so wird vor Abschluss
	        
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