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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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Die vorzüglichsten und das beste Product liefernden Minen 
(Kemikli oder Beinminen genannt, weil das Product beinähnlich 
weiss ist) befinden sich circa 9 Stunden östlich von der Stadt 
entfernt und werden schon seit Auffindung des Artikels ausge 
beutet. Man trifft dort tausende verlassener Schachte. Viele der 
selben sind mit Wasser angefüllt, welches zur Regenzeit, weil 
die Schachte am Fusse eines hohen Berges und in einem Thal 
einschnitte liegen, alles Uberfluthet. Weil in der Umgebung noch 
viel Meerschaum gefunden wird, nimmt sich Niemand die Mühe, 
mittelst Stollen oder Wasserhebewerken diese Gruben zu ent 
wässern. In sehr trockenen Jahren verzieht sich das Wasser 
von selbst im Erdreiche, und dann kann manchmal gegen den 
Herbst hin Einen bis zwei Monate gearbeitet werden. 
Diese Gruben heissen Sulu oder Wasserminen. 
Ihnen an Ergiebigkeit am nächststehenden sind die soge 
nannten Kum-Odschak oder Sandminen, welche etwa 7 Stunden 
in derselben Richtung von der Stadt entfernt liegen, aber ein 
geringeres Product liefern, da der Meerschaum durch Sand ver 
unreinigt erscheint und einen gelblichen Stich hat. 
In einer Entfernung von nur 6 Stunden liegen die seit 
6 Jahren eröffneten Gruben Jeni Darnar oder „Neue Adern“, 
die eine so reiche Ausbeute ermöglichten, dass sich die Anzahl 
der Arbeiter von 7000 auf 11.000 erhöhte. In Folge dessen ent 
stand ein so namhafter Preisrückgang, dass sich der jährliche 
Export von 3 — 4000 Kisten auf 12.000 Kisten emporhob. 
Aber auch diese Minen sind schon ausgebeutet und es wird 
nur noch Nachlese daselbst gehalten. 
Zwischen diesen der Stadt zunächst liegenden Gruben und 
den entferntesten von Kemikli sind noch mehrere Gegenden, in 
denen sich Gruben befinden, wie: Bahar, Baehdere, Marghi etc., 
die aber unbedeutend sind. 
Mehr gegen Süden, 4 Stunden von der Stadt entfernt, liegen 
die Minen von Karajuk, die zeitweilig gute Ausbeute ergeben, 
aber auch viel Schlechtes enthalten, nämlich eine spröde und 
gelbliche Masse. Zuweilen gibt es nutzbare Vorkommnisse, die 
aber schwer zu bearbeiten sind, weil in jedem Schachte vorher 
zwei, auch drei Felsenschichten von 1—3 Klaftern Mächtigkeit 
zu sprengen sind. Es ist diess eine Arbeit, Avelche bei den hier
	        
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