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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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angefertigt wurden. Als Verzierung waren damals besonders 
beliebt Weintrauben und Vergissmeinnicht ähnliche Blumen, die 
man aus Perlen, Steinen und Metalldraht herstellte. 
Der Gründer des Exports war ein unternehmender Drechsler 
der damaligen Periode, welcher einen Hausirhandel begann und 
die griechischen Kaufleute in Philippopel auf den Artikel auf 
merksam machte. -— Da aber damals eine Reise nach Eski- 
Schei'r theils wegen der schlechten Strassen, theils des umher 
streifenden Raubgesindels wegen mit grossen Gefahren verbun 
den var, vereinigten sich die Käufer jährlich zu einer grossen 
C'aravane und versahen sich mit der Waare. 
Das hier Gesagte gilt übrigens auch für die Gegenwart, 
Die Strassen, welche Eski-Schei’r mit dem Meere verbinden, 
befinden sich noch jetzt in einem sehr kläglichen Zustande, und 
das Raubgesindel stirbt in diesen Gegenden nie aus. Alljährlich 
wiederholen sich Ueberfälle von Reisenden, und selbst die mit 
Bedeckung reisenden türkischen Postcouriere sind schon zu 
wiederholtenmalen ausgeraubt worden. Insolange sich diese Ver 
hältnisse nicht ändern — und die Hoffnung auf Besserung liegt 
noch ziemlich weit - bleibt der Handel in diesem Artikel mit 
einem bedeutenden Risico verbunden, abgesehen davon, dass 
der Kaufmann bei den misserablen türkischen Douanen- und 
Transportverhältnissen, von denen später die Rede sein wird, 
noch andere, vielleicht grössere Gefahren läuft. 
Lange Zeit wurde der Handel in dieser Art betrieben. Da 
aber die türkischen Pfeifendrechsler immer die alten Muster bei 
behielten, so wurde mit gutem Erfolge der Versuch gemacht, 
den Meerschaum in rohem Zustande zu exportiren und in Pest 
und Wien von den geschickteren Drechslern und Bildhauern 
formen zu lassen. 
Von da an begann die Ausfuhr des Rohproductes, welches 
zur Frachtersparung und Unterscheidung der Qualität von der 
äussern Erdrinde befreit wurde. Um die Blöcke während der 
Reise vor dem Einflüsse der Nässe zu bewahren, wurden sie in 
geschmolzenen Talg getaucht, und durch nachheriges Reiben 
mit Tüchern und Wollfetzen einigermassen polirt. Man sortirte 
drei Qualitäten: feine, fehlerfreie als I a , etwas fehlerhafte als II a
	        
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