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sie, so schnell es eben möglich ist, mit einem schmalen Kreis
stollen, welchen der Anrainer nach einem alten Herkommen nicht
überschreiten darf. Während des Sommers muss die Arbeit
häufig ausgesetzt werden, da es an heissen, windstillen Tagen
absolut unmöglich ist, für genügende Ventilation zu sorgen.
Auch das Klima der Gegend, welches reich an Fiebern ist, unter
denen selbst die einheimische Bevölkerung leidet, unterbricht
zwar nicht geradezu die Arbeiten, aber verursacht doch nicht
selten eine schwächere Betheiligung an den Förderungsarbeiten,
indem es den Aufenthalt in den feuchten Schachten zu einem
allzugewagten Spiele mit Gesundheit und Leben macht.
III. Die Raffinirung des Meerschaums.
Nachdem die unreinen Blöcke in der Stadt angelangt sind,
werden selbe von dem Meister, der die Raffinirung vornimmt, in
ein feuchtes, kellerähnliches Gemach eingelagert und vor Luft
zutritt geschützt, weil diese die mit Erde umhüllten Blöcke spren
gen würde, Ueberhanpt muss die Raffinirung vorgenommeu
werden, so lange die Blöcke noch die natürliche Feuchtigkeit in
sich haben.
(Die 'Werkzeuge zur Bearbeitung siehe Ausstellung, wie
oben).
Zuerst werden nun so viel als möglich die gröbsten Unreinig
keiten entfernt, indem man die grobe, obere Rinde mit dem
flachen Beile abhackt. Dann wird mit einem schärferen Beile
derselben Fa§on die eigentliche Form des Klotzes hergestellt.
Diese Manipulation ist Sache geübter Meister, weil durch unge
schicktes Behacken leicht entweder zu viel gute Masse abgehackt
wird, oder der Klotz eine krüppelhafte Form bekommt. Die
weitere Raffinirung wird von Arbeitern gegen Taglohn vor
genommen, welcher zwischen D/ a bis 2'/ a fl. per Tag schwankt.
Die Beurtheilung der Qualität des Meerschaums in rohem
Zustande erfordert grosse Kenntniss, welche man sich nur nach
jahrelanger, unausgesetzter Praxis aneignen kann. In dem
Maasse, wie die Raffinirung fortschreitet, wird dasUrtheil sicherer
und leichter.
Nach dem Behacken werden die noch immer rauhen Flächen
mit Hilfe eines scharfen, flachen Messers beschnitten und sodann