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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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mit den scharfgeschliffenen Kanten eines Messers ohne Schneide 
abgeschabt. Diese schwierige Arbeit erfordert grosse Uebung. 
Nachdem die so hergerichteten Blöcke mit einem starken weissen 
Filzstoffe abgerieben wurden, bedürfen sie nur noch der Trock 
nung, um polirt werden zu können, und heissen „raffinirt“. 
IV. Ankauf des raffinirten Meerschaums, Steuerver 
hältnisse, Politur und Packung zum Exporte. 
Sind all’ die kostspieligen und zeitraubenden Manipulationen 
der Raffinirung zu Ende — die Bearbeitung einer Partie von 
100 Kisten erfordert bei einer Arbeitergruppe von 12—15 
Personen zwei Monate Zeit und kostet circa 1200 Gulden österr. 
Wäln-, _ so rüstet sich der Meister zum Verkaufe seiner Waare, 
und sortirt zu diesem Ende 4 Grössen, die er in Pyramiden 
aufschichtet. 
Der Ankauf des raffinirten Meerschaums im nassen Zustande 
erfordert die grösste Vorsicht und Kenntniss, da von beite des 
Raffineurs alle möglichen Mittel angewendet werden, um den 
Käufer zu täuschen. Der grösste und schwerwiegendste Betrug 
wird mit der Qualität der nassen Waare getrieben, da selbst sehr 
geringe Sorten durch Kunstgriffe des Raffineurs das Aussehen 
von feinerer Qualität erhalten können. Zur richtigen Taxirung 
ist desshalb auch eine mehrjährige Praxis erforderlich und selbst 
der beste Kenner kann die Qualität des nassen Meerschaums 
nur annähernd bestimmen. 
In Bezug auf die Besteuerung des Productes ist vor Allem 
zu bemerken, dass die Regierung auch hier von dem Principe 
ausgeht, so viel als möglich einzunehmen, ohne sich um die 
Schädigung oder Förderung der Handelsinteressen zu bekümmern, 
dass aber die Meister von Eski-Schei'r, für welche der Meer 
schaumhandel von vitalem Interesse ist, sich jederzeit auf das 
Kräftigste ihrer Haut zu wahren wussten, und selbst vor Gewalt- 
thätigkeiten nicht zurückschrecken, wenn sie sich in ihrem 
Erwerbe bedroht sehen. 
Anfänglich verlangte die Regierung im Ganzen eine Steuer 
von 15% des Werthes u. z. 10% bei der Einfuhr der rohen 
Blöcke aus den Minen nach Eski-Schei'r, und 5o/ 0 vom Ankaufs- 
[Constantinopel.] ^
	        
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