MAK

Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

355 
Vertreter von Oesterreich und Deutschland veranlasst, die 
Regierung in energischer Weise an ihre Pflicht zu erinnern. 
So ist denn in neuester Zeit, Dank den Bemühungen der 
österreichischen und deutschen Gesandtschaft , vertreten durch 
ihre ersten Dollmetsche Herrn v. Kossiek und Dr. Busch, 
die Angelegenheit geregelt worden. Gegenwärtig kann der 
Kaufmann seine Waare versenden, ohne sich um die Entrichtung 
der Steuern kümmern zu müssen, die nur mehr den Verkäufer 
als den allein Steuerpflichtigen angeht. 
Ist eine Partie der Waare erstanden, so lässt sie der Käufer 
sofort in seine Magazine schaffen. Besteht die Waare aus 
grösseren Stücken, geschieht der Transport in Trögen, bei 
niederen Qualitäten auf Ochsenkarren. 
Hier werden nun zum Behüte der Trocknung die einzelnen 
Stücke auf Bretterstellagen einzeln neben einander gelegt, und 
der Luft ausgesetzt, welche dem Meerschaum die Feuchtigkeit 
binnen 8—10 Tagen entzieht, und ihn hart und weiss macht. 
Im Sommer geschieht diess leicht, weil Luft und Wärme rasch 
trocknen; im Winter dagegen wird die Procedur in eigends da 
zu gebauten Trockenkammern entweder bei Feuerung mittelst 
Eichenkohle, die vorher an der Luft ganz ausglühen und gasfrei 
werden muss, oder mittelst grosser eiserner Oefen, die von aussen 
mit Holz geheizt werden, vorgenommen. Auf beide Art ist das 
Trocknen im Winter sehr schwierig, und erfordert viel Aufmerk 
samkeit. Eine über 45° C. steigende Temperatur sprengt die 
Stücke, der geringste Rauch oder das mindeste Kohlengas färbt 
dieselben röthlich und entwerthet das Product. 
Nach dem Trocknen wird der Meerschaum zur Politur 
vorgerichtet. 
Zuerst entfernt man mit einem Stücke weissen starken 
Tuches den Staub; dann wird das Stück mit einem feuchten 
Tuche abgerieben, um etwaige durch den Transport im weichen 
Zustande entstandene Flecken zu entfernen. Hierauf wird noch 
mals mit einem feuchtgemachten Flanellfleck nachgerieben. 
Endlich erhält jedes Stück durch Aufträgen und Zerreiben einer 
Composition aus Wachs und Fett die eigentliche Politur. Jetzt 
erst können die Qualitäten genau classificirt werden, denn durch 
das Einreiben der Composition werden nicht, wie die meisten 
23*
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.