358
Den Umsatz vermitteln etwa 15 Firmen, unter denen fast
alle Nationen vertreten sind; es existiren österreichische, fran
zösische, griechische, armenische und türkische Häuser, welche
ihre Waare entweder durch eigene Compagnons oder consig-
nationsweise auf den Wiener Markt bringen.
Die Transportmittel, deren man sich bedienen muss, um die
Waaie aus der Grube an Bord eines Lloydschiffes zu bringen,
sind erbärmlich, vertheuern aber trotzdem den Artikel in unver-
hältnissmässig hohem Grade.
Die Ueberfuhr der rohen Blöcke aus den Gruben nach Eski-
Schei'r geschieht mittelst zweiräderiger Ochsenkarren, welche von
den türkischen Bauern beigestellt werden.
Den Transport von Eski-ScheTr bis an das Meer vermitteln
„nach Urvater-Weise“ Caravanen mit Pferden und Maulthieren
oder Kameelen. Obwohl der Transport mit Pferd und Maulthier
höher kommt, ist er doch in jeder Art vorzuziehen, weil die
Pferdecaravanen meistens in gedeckten Caravanserais über
nachten, während die Kameele bei jeder Witterung im Freien
bleiben und bei feuchtem Wetter in den grundlosen Wegen gar
nicht fortkommen. Dadurch wird die Waare leicht der Gefahr
ausgesetzt, durch die Einflüsse der Witterung Schaden zu leiden.
Wagen oder Karren sind wegen des antediluvianischen Zustandes
der Strassen unbrauchbar.
Eski-Scheir liegt 20 Meilen von der Küste entfernt, der
Tiansport zu Pferde kostet 3 bis 5 Gulden per Centner und
dauert 5 bis 8 Tage, zu Kameel 2 bis 4 Gulden und dauert 8
bis 14 Tage.
Nachdem die Kisten im Golfe von Nicomedien (Karamussal)
angekommen sind, wird der übliche Ausfuhrzoll erhoben, und
dann weiden sie durch Commissionäre auf Dampfern oder Segel
schiffen nach Constantinopel expedirt. Kommen sie hier zufällig
an einem Freitage an und ist das Samstags nach Triest abge
hende Lloydschiff schon bereit, dann können sie sofort an Bord
gebracht werden.
Andernfalls müssen sie in der Hauptmauth eingelagert
werden, was neuerdings Kosten an Lagerzins verursacht, und
werden mit dem nächsten Schiffe expedirt.