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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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nur von der ärmeren Classe der Bevölkerung geraucht wird, da 
die guten Tabaksorten aus Salonik und Trapezuht kommen. Die 
Rebe gedeiht vorzüglich, doch ist in einem Lande, wo das herr 
schende Volk sich des Weines enthalten soll, natürlich die Erzeu 
gung dieses Getränkes auf einer sehr geringen Stufe, indem 
nicht nur das Pressen der Trauben noch durch das Treten mit 
den Füssen geschieht, sondern die Behandlungsweise überhaupt 
eine so schlechte ist, dass sich der Wein nicht hält und daher 
gewöhnlich gekocht wird. Obstbäume gedeihen vorzüglich und 
bringen schöne und viele Früchte, doch schenkt man der Obst- 
cultur zu wenig Aufmerksamkeit und schwingt sich selten zu 
einer Veredlung des Obstes, welche sicherlich ausserordent 
liche Erfolge hätte, empor. Dasselbe gilt von den Maulbeeren, 
die hie und da, z. B. in Jalowa und um Brussa, viel gepflanzt 
werden. Oliven, obwol dieselben sehr gut fortkommen, werden 
selten cultivirt, doch finden sie sich in grosser Menge im Küsten 
gebiete von Karassy am ägäischen Meere. Aeusserst schwer 
ist es, genaue Ziffern über den Werth des Grund und Bodens zu 
geben, denn so theuer die Grundstücke, namentlich kleinere, in 
der unmittelbarsten Nähe Constantinopel’s und anderer grösserer 
Häfen und Handelsstädte sind, eben so billig sind namentlich die 
tiefer im Lande liegenden, grösseren Landgüter. Im Innern 
des Landes kann man beispielsweise für 500.000 Piaster 
(circa 40.000 fl. Silber) ein Landgut von 19.000 Donoum, d. i. 
2634(4 Joch, und zwar nicht ein Gut von schlechter Boden 
beschaffenheit oder vernachlässigtem Zustande, sondern bei 
gutem Bauzustande der Wirtschaftsgebäude und bei landes 
üblich guter Cultur mit dem gesammten Viehstande, Fundus 
instructus und Samen erstehen. Die Ursache dieser geringen 
Bodenbewerthung liegt namentlich in dem grossen Mangel an 
Kapitalien und Arbeitskräften, grösstenteils auch in jenem an 
Communicationen, sowie in dem Umstand, dass die Capitalien 
meistens in den Händen Einzelner Weniger angesammelt sind 
und von diesen dann zu lucrativen Handels-Speculationen ver 
wendet werden, indem bei der landesüblichen Bewirthschaftungs- 
weise Landgüter nur 9—10®/ 0 Reinertrag abwerfen. Gewöhnlich 
verpachtet der reiche Besitzer und Bauer die Felder an den 
armen Bauer, gibt ihm auch den Samen und teilt dagegen den
	        
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