MAK

Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

371 
F. Handels - Usancen. 
Da der Ackerbau im kiesigen Bezirke noch auf der aller- 
niedrigsten Stufe stellt und, wie früher angeführt, auch die 
Besitzer grösserer Landcomplexe dieselben meistentheils an die 
ärmeren Landleute verpachten, kann man von grossen Getreide 
geschäften und von bedeutenden Getreideproducenten kaum 
sprechen. Im Allgemeinen kaufen die Getreidehändler das 
Getreide von den einzelnen Landsleuten in kleinen Partien und 
stets gegen Baarzahlung und diess namentlich auf den verschie 
denen Wochenmärkten (Bazars) und den in einzelnen Districten 
abgehaltenen Messen. So werden namentlich in Kleinasien jähr 
lich drei grössere Messen abgehalten, welche für die dortigen 
Bewohner noch immer von grosser Bedeutung und sehr besucht 
sind, da namentlich die Bewohner der inneren Districte Anato 
liens durch die noch immer mangelhaften Verbindungen dahin 
gezwungen sind, diese Messen zu besuchen, um ihre Erzeugnisse 
zu Markte zu bringen und dort gegen europäische Erzeugnisse 
umzutauschen. Das Getreide wird gewöhnlich auf dem Rücken 
von Pferden, Eseln, Maulthieren und Kameelen in Säcken zu 
Markte gebracht. Als Maass dient der Footin = 148 Litres oder 
2 Wiener Metzen, 3 Achtel, ö’/ 8 Becher, welcher 4 Kilo hat. 
1 Kilo zu Konten = 37 Litres oder 4 Achtel, 13 1 Becher, 
1 Konten = 4-625 Litres oder 9'yj e Becher. 
Als Gewicht dient der Kantar = 1 Zollcenter oder 44 Oka. 
Als Flächenmaas endlich dient der Donotun = 9-1930 Ares 
oder 27 Wiener QKlafter, 28 9 / 10 QFuss oder 0-0174 Wiener Joch. 
II. Import. 
A. Provenienz. 
Das in Constantinopel eonsumirte Getreide, welches nicht 
aus dem Bezirke dieses Consulates kommt, wird grösstentkeils 
aus Bulgarien gewonnen, und zwar aus den fruchtbaren, nörd 
lich von Varna gelegenen Gegenden, welche bis zu der in 
gerader Richtung 36 Wegstunden entfernten Donau (bei Rust- 
schuk) sich hinziehen und in einer Breite von 12 bis 15 Weg 
stunden, links mit Schumla und Tirnova, an die Balkankette 
und rechts mit Bazardschik und Silistria, an das Hochplateau 
24 *
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.