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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

serer, d. i. ausgesuchter Qualität, welche alljährlich nach Unter- 
Italien verschafft werden, gewöhnlich um 10»/ 0 theuerer gezahlt, 
als weicher Weizen. Das Mais-Product hat in den letzten Jahren, 
besonders in den mehr bergigen Gegenden gegen die Donau 
hinauf, ziemlich zugenommen, und die Qualität ist, obgleich 
etwas grobkörnig, gut und auf den englischen Märkten als Vieh 
futter gesucht. Das Gewicht ist durchgängig 60—61 Pfd. per 
engl. Bushel. 
Gerste wird ebenfalls in grösserer Qualität erzeugt und die 
Qualität wird, namentlich wenn etwas Auswahl gebraucht wird, 
für die Brauereien und Brennereien im Norden, selbst in Nor 
wegen ziemlich anerkannt. Das Gewicht variirt je nach dem 
Jahrgange von 46 bis 48 Pfd. per engl. Bushel. 
C. Preis der Waare. 
Der Preis des Getreides, welches, soweit es aus türkischen 
Gegenden kommt, meist nur im Detail von den Producenten aut 
den täglichen Bazars oder Märkten, so namentlich in \arna, ver 
kauft wird, schwankt fast täglich je nach der mehr oder minder 
grossen Nachfrage, und diese wird durch die telegraphischen 
Nachrichten, welche z. B. inVarna täglich von den europäischen 
Consumtionsplätzen oder wenigstens von Constantinopel ein- 
laufen, normirt. Uebrigens hat sich im Laufe der letzten 10 Jahre 
ein ganz bedeutender Preis-Unterschied oder vielmehr eine sehr 
in die Augen fallende Entwerthung des Geldes eingestellt, so 
dass z. B. der Durchschnittspreis von weichem Weizen, der vor 
10 Jahren noch zu 60—65 Piaster per Varna’er Kilo (gleich 
4 Constantinopler Kilo oder 2 Wiener Metzen, 3 Achtel und 
7 Becher) anzunehmen war, jetzt nicht mehr unter 80—85 Piaster 
zu notiren ist. 
Das Product der Weizenernte beginnt gewöhnlich Anfangs 
September auf den Markt zu kommen, Gerste selbst auch noch 
um 14 Tage früher. Da die europäischen Consumtionsplätze in 
der Kegel erst gegen den Spätherbst hin die mehr oder minder 
grösseren Bedürfnisse bis zur nächsten Ernte überblicken lassen, 
ist das Getreidegeschäft gewöhnlich im Anfänge ziemlich matt 
und daher der Preis noch billig. Die Steigerung tritt erst allmälig, 
aber fast regelmässig mit der vergrösserten Ausfuhr ein.
	        
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