serer, d. i. ausgesuchter Qualität, welche alljährlich nach Unter-
Italien verschafft werden, gewöhnlich um 10»/ 0 theuerer gezahlt,
als weicher Weizen. Das Mais-Product hat in den letzten Jahren,
besonders in den mehr bergigen Gegenden gegen die Donau
hinauf, ziemlich zugenommen, und die Qualität ist, obgleich
etwas grobkörnig, gut und auf den englischen Märkten als Vieh
futter gesucht. Das Gewicht ist durchgängig 60—61 Pfd. per
engl. Bushel.
Gerste wird ebenfalls in grösserer Qualität erzeugt und die
Qualität wird, namentlich wenn etwas Auswahl gebraucht wird,
für die Brauereien und Brennereien im Norden, selbst in Nor
wegen ziemlich anerkannt. Das Gewicht variirt je nach dem
Jahrgange von 46 bis 48 Pfd. per engl. Bushel.
C. Preis der Waare.
Der Preis des Getreides, welches, soweit es aus türkischen
Gegenden kommt, meist nur im Detail von den Producenten aut
den täglichen Bazars oder Märkten, so namentlich in \arna, ver
kauft wird, schwankt fast täglich je nach der mehr oder minder
grossen Nachfrage, und diese wird durch die telegraphischen
Nachrichten, welche z. B. inVarna täglich von den europäischen
Consumtionsplätzen oder wenigstens von Constantinopel ein-
laufen, normirt. Uebrigens hat sich im Laufe der letzten 10 Jahre
ein ganz bedeutender Preis-Unterschied oder vielmehr eine sehr
in die Augen fallende Entwerthung des Geldes eingestellt, so
dass z. B. der Durchschnittspreis von weichem Weizen, der vor
10 Jahren noch zu 60—65 Piaster per Varna’er Kilo (gleich
4 Constantinopler Kilo oder 2 Wiener Metzen, 3 Achtel und
7 Becher) anzunehmen war, jetzt nicht mehr unter 80—85 Piaster
zu notiren ist.
Das Product der Weizenernte beginnt gewöhnlich Anfangs
September auf den Markt zu kommen, Gerste selbst auch noch
um 14 Tage früher. Da die europäischen Consumtionsplätze in
der Kegel erst gegen den Spätherbst hin die mehr oder minder
grösseren Bedürfnisse bis zur nächsten Ernte überblicken lassen,
ist das Getreidegeschäft gewöhnlich im Anfänge ziemlich matt
und daher der Preis noch billig. Die Steigerung tritt erst allmälig,
aber fast regelmässig mit der vergrösserten Ausfuhr ein.