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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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Frachten können, mit geringen Ausnahmen, in Varna selbst 
nicht abgeschlossen werden, weil der offenen ßhede wegen nur 
höchst selten disponible, d. h. fruchtsuchende, Schiffe daselbst 
anlaufen. Man wendet sich daher für den Bedarf eben an die 
Schiffsmakler in Constantinopel, welche das Getreide abholen, 
um es nach Constantinopel zu bringen oder in die Häfen des 
Mittelmeeres zu führen. 
Der gewöhnliche Frachtsatz bis Constantinopel dürfte auf 
V* bis 3 A Francs kommen, wozu noch circa 2«/ 0 Assecuranz und 
die wenigen Ausladespesen hinzukommen. 
F. Handels-Usancen. 
Da in Varna keinerlei Banken oder Filialen derselben exi- 
stiien und die Einkäufe stets gegen Baarzahlung gemacht wer 
den können, müssen die dazu nöthigen Fonds von Constantinopel 
aus herbeigeschafft werden. Es ist desshalb Usance, dass jede 
Einkaufsordre sowol aus Constantinopel als auch aus dem Aus 
lande mit den entsprechenden Accreditivs auf Plätze, deren 
Papiere in Constantinopel am leichtesten negozirt werden können, 
begleitet wird, und der Commissionär trassirt sodann ä 3 Monate 
dato bei Beginn der Einkäufe. 
Diese Tratten muss derselbe an seinen Banquier in Con- 
stantiuopel zur Bezahlung einsenden und erhält dagegen in den 
meisten Fällen Baarsendung; doch kommt auch, obwol nur für 
kleinere Beträge, Gelegenheit vor, dass ä 3—5 Tage Sicht auf 
den Banquier in Constantinopel begeben werden kann, wodurch 
dann Geldporto und Assecuranz der entsprechenden Beträge 
erspart werden kann. Auf solche Gelegenheit ist aber selten mit 
Sicherheit zu rechnen. 
G. Import-Firmen. 
Das Getreide-Import-GeschäftConstantinopels liegt grössten- 
theils iu den Händen der Griechen, und es sind namentlich die 
nachstehenden Firmen zu erwähnen: Fratelli Vagliano, 
Dimitrocopulos, Balli, Krikozo, sämmtlich Griechen; 
Stefanovich, Piedemonte, Santoro, Italiener; Trano, 
Oesterreicher; Brockelmann und Hartogg, Deutsche.
	        
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