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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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oder bei der sich ihm durch Missernten in Nachbarländern 
eröffnenden Aussicht, seine Waare theuer an Mann zu bringen, 
dieselben bis zur grösstmöglichen Steigeruug des Preises auf 
hebt, wodurch natürlich das Angebot von Waare verringert und 
folgegemäss bei gesteigerter Nachfrage der Preis in die Höhe 
geschraubt wird, während bei reichlicher Ernte und bei gerin 
gerer Aussicht auf Nachfrage von aussen her der Producent 
seinen Ueberfluss an Waare leichter und billiger verkauft. 
An, im hiesigen Consularbezirke noch vorkommenden Nah 
rungs- und Medicinalpflanzen sind namentlich Mohn zur Erzeu 
gung des Opiums, Adragant und Scamonia zu erwähnen. 
2. Mohn. 
Die Hauptdistricte für die Mohncultur und Opium-Erzeugung 
in diesem Bezirke sind im nordwestlichen und mittleren Klein 
asien ; doch hat dieses Product für Constantinopel weniger Be 
deutung, da der Haupthandel für Opium sich in Smyrna concen- 
trirt, wo die Agenten der grossen holländischen Compagnien, 
sowie englische und deutsche Häuser eigens für diesen Zweck 
etablirt sind,und wohin selbst jene Districte, welche mit Smyrna 
nicht in directer Verbindung stehen, Uber Constantinopel ihre 
Producte bringen. 
Uebrigens siehe über diesen Artikel die betreffende Sepa- 
rat-Abhandlung. 
3. Adragant. 
Adragant wird hauptsächlich in Kaisserich, Angora und 
Tsangri gewonnen. Der Ertrag im ersten Districte beläuft sich 
jährlich auf circa 35.000 Oka, in Angora auf circa 12.000 Oka 
und in Tsangri auf 8000 Oka. 
Der Preis variirt je nach der Qualität. Dieses Harz wird 
nämlich durch das Anschneiden der in den dortigen Bergen vor 
kommenden Pflanzen gewonnen, und da diese Manipulation im 
Jahre gewöhnlich dreimal vorgenommen wird, und das Harz bei 
dem ersten Anschneiden besser ist, als bei den späteren, ist 
namentlich der erste Ausfluss geschätzt, und die dabei gewonnene 
Qualität kostet durchschnittlich 30 Piaster per Oka, während 
die Producte des zweiten Ausflusses mit 22 Piastern und jene 
des dritten Ausflusses mit 15 Piastern per Oka gezahlt werden.
	        
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