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Full text : Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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Wolle  nicht  gelblich  oder  gefleckt,  sondern  in  allen  Partien
gleichfarbig  wurde,  und  auch  nicht  durch  Beimischung  von
Blättern,  Körnern  und  Splittern  an  Werth  verlor;  nur  die  Fäden
konnten  durch  den  Mangel  an  genügender  Feuchtigkeit  nicht
dieselbe  Festigkeit  erlangen,  wie  sonst,  was  durch  künstliche
Befeuehtigung  des  Bodens  wol  leicht  hätte  verhütet  werden
können.  Bezüglich  der  Arbeit  bei  grösseren  Baumwollpflanzern
und  Gutsbesitzern  ist  zu  bemerken,  dass  dieselben  selten  Arbeiter
zu  einem  fixen  Taglohne  aufnehmen,  sondern  dass  der  Besitzer
eines  Tschiftliks  gewöhnlich  einem  ganzen,  zu  seinem  Tschiftlik
gehörigen  Dorfe  einen  Theil  seiner  Baumwollpflanzungen,  selbst
oft  mit  dem  nöthigen  Samen  überlässt,  wofür  die  Dorfbewohner
ihm  sodann  die  Hälfte  der  Baumwoll-Ernte  auf  dem  Felde  selbst
übergeben,  während  sie  die  andere  Hälfte  als  Entgeld  für  ihre
Arbeit  behalten.

B.  Qualität.
Die  Qualität  der  in  den  obgenannten  Districten  des  hiesigen
Consularbezirkes  gewonnenen  Baumwolle  ist  wie  jener  der
Smyrna'er  Districte  je  nach  der  Lage  der  Felder,  nämlich  je
nachdem  dieselben  in  Ebenen  oder  in  bergigem  Terrain  liegen,
verschieden.  Die  Producte  der  ersteren  Gegenden  nämlich
gehören  zwar  in  Betreff  des  Stapels,  welcher  fein  und  seidenartig ­
  ist,  zu  den  geschätztesten  Sorten,  und  sind  auch  gewöhnlich ­
  schön  weiss,  nur  hie  und  da  etwas  gelblich,  in  feuchten
Jahren  werden  sie  aber  häufig  unrein  und  lassen  sich  namentlich
von  den  Blättern  und  Hülsen  schwer  reinigen,  während  die  aus
den  bergigen  Gegenden  stammenden  Producte  zwar  weisser  und
reiner  als  die  ersteren  sind,  diesen  jedoch  bezüglich  des  Stapels
nachstehen.
Ein  wichtiger  Unterschied  besteht  zwischen  der  aus
amerikanischem  und  einheimischem  Samen  gezogenen  Baumwolle, ­
  indem  sich  die  erstere  durch  längeren,  seidenartigen
Stapel  auszeichnet  und  desshalb  auch  bedeutend  höher  bezahlt
wird.  Obwol  der  amerikanische  Same  schon  lange  in  den
Baumwoll-Districten  Salonich’s  Verbreitung  gefunden  hatte,  hat
man  doch  erst  in  letzterer  Zeit  auch  in  Kleinasien  die  Akklimatisirung
  desselben  versucht,  welche  übrigens  bisher  fast  nur  in
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