394
Paar kostet. Steinmarder werden in Kieinasien besonders
schön gefunden, und das Paar der Pelze, welche im Handel sehr
geschätzt sind, kostet hier oft bis zu 8 Medschidie Silber (also
14 fl. Silber). Fischottern werden längst des schwarzen Meeres
gefunden, und sind geschätzter als die der südlichen Länder, so
dass ein Balg, je nach Grösse, Farbe und Beschaffenheit, mit
30—70 Piaster gezahlt wird. — Die Felle der hiesigen Füchse
sind von unansehnlicher grauer Farbe, und werden daher, da
sie für den Export nicht lohnend sind, von den einheimischen
Kürschnern zu billigen Pelzen verarbeitet. Auch die Felle der
Wildkatzen sind nicht besonders werthvoll und werden auch in
geringer Masse gewonnen, so dass namentlich in diesem Artikel
der Import, vorzüglich der Felle der sogenannten pyrenäischen
Wildkatzen, nicht unbedeutend ist.
Die hier vorkommenden Schakals-, Wölfe- und Bärenfelle
eignen sich nicht zum Export und erstere werden daher gewöhn
lich zu ordinären Pelzen für die Landleute, letztere zu Fuss-
teppichen verarbeitet. Für den Pelzhandel in der Türkei sind
die Märkte in Usundjowa, Medschidie etc. von einiger Bedeutung,
da hier der Verbrauch an Pelzen bei der Sitte der Armenier,
Griechen und Türken, solche im ganzen Jahr zu tragen, ziemlich
beträchtlich ist; doch haben diese Märkte für den Import und
Export weniger Werth.
Eine Specialität Constantinopels im Pelzhandel, welche auch
für den Export von Bedeutung ist, bilden die Felle der Silber
taucher (Grebes), welche in den unzugänglichsten Buchten des
schwarzen, azovischen und caspischen Meeres sich auf halten.
Die mit schönen, silberweissglänzenden Federn ausserordentlich
dicht und pelzartig bedeckten Häute geben einen sehr hübschen
Stoff für Muffs und sonstige Damen-Garnirungen, und der hiesige
Kürschner Herr Gottwald, in dessen Händen namentlich das
Geschäft mit diesen Pelzwaaren liegt, exportirt schon seit mehr
als 10 Jahren nicht unbedeutende Mengen nach England und
Frankreich, wo dieser Artikel zuerst in die Mode kam, und von
wo er sich seit einigen Jahren auch nach Deutschland und
Oesterreich Eingang verschaffte, so dass der Export desselben
nach Deutschland und Oesterreich gegenwärtig im Jahre durch
schnittlich 9—10.000 Stücke beträgt.