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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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Paar kostet. Steinmarder werden in Kieinasien besonders 
schön gefunden, und das Paar der Pelze, welche im Handel sehr 
geschätzt sind, kostet hier oft bis zu 8 Medschidie Silber (also 
14 fl. Silber). Fischottern werden längst des schwarzen Meeres 
gefunden, und sind geschätzter als die der südlichen Länder, so 
dass ein Balg, je nach Grösse, Farbe und Beschaffenheit, mit 
30—70 Piaster gezahlt wird. — Die Felle der hiesigen Füchse 
sind von unansehnlicher grauer Farbe, und werden daher, da 
sie für den Export nicht lohnend sind, von den einheimischen 
Kürschnern zu billigen Pelzen verarbeitet. Auch die Felle der 
Wildkatzen sind nicht besonders werthvoll und werden auch in 
geringer Masse gewonnen, so dass namentlich in diesem Artikel 
der Import, vorzüglich der Felle der sogenannten pyrenäischen 
Wildkatzen, nicht unbedeutend ist. 
Die hier vorkommenden Schakals-, Wölfe- und Bärenfelle 
eignen sich nicht zum Export und erstere werden daher gewöhn 
lich zu ordinären Pelzen für die Landleute, letztere zu Fuss- 
teppichen verarbeitet. Für den Pelzhandel in der Türkei sind 
die Märkte in Usundjowa, Medschidie etc. von einiger Bedeutung, 
da hier der Verbrauch an Pelzen bei der Sitte der Armenier, 
Griechen und Türken, solche im ganzen Jahr zu tragen, ziemlich 
beträchtlich ist; doch haben diese Märkte für den Import und 
Export weniger Werth. 
Eine Specialität Constantinopels im Pelzhandel, welche auch 
für den Export von Bedeutung ist, bilden die Felle der Silber 
taucher (Grebes), welche in den unzugänglichsten Buchten des 
schwarzen, azovischen und caspischen Meeres sich auf halten. 
Die mit schönen, silberweissglänzenden Federn ausserordentlich 
dicht und pelzartig bedeckten Häute geben einen sehr hübschen 
Stoff für Muffs und sonstige Damen-Garnirungen, und der hiesige 
Kürschner Herr Gottwald, in dessen Händen namentlich das 
Geschäft mit diesen Pelzwaaren liegt, exportirt schon seit mehr 
als 10 Jahren nicht unbedeutende Mengen nach England und 
Frankreich, wo dieser Artikel zuerst in die Mode kam, und von 
wo er sich seit einigen Jahren auch nach Deutschland und 
Oesterreich Eingang verschaffte, so dass der Export desselben 
nach Deutschland und Oesterreich gegenwärtig im Jahre durch 
schnittlich 9—10.000 Stücke beträgt.
	        
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