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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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Nur so viel kann angegeben werden, dass die anatolischen 
Eisenbahnen ihren Bedarf an Eichenschwellen fast ausschliess 
lich aus den türkischen Staatsforsten Kleinasiens erhalten, 
was wol theilweise auch bei der rumelischen Eisenbahn der 
Fall sein wird, welche die Schwellen in demselben Maass und 
Verhältniss anbringt, wie die österreichische Südbahn, und 
dass eine Schwelle auf circa 4‘/* bis 6 y ä Francs zu stehen 
kömmt. 
Dass der Verbrauch an Hölzern in Constantinopel eine bedeu 
tende Steigerung erfahren sollte, ist wol kaum anzunehmen, 
vielmehr könnte man fast eine Verminderung des hiesigen Holz 
verbrauches Voraussagen, da die Regierung endlich wol doch 
einmal mit ihrem Verbote, in der Stadt Holzhäuser zu bauen, 
durchdringen, und dieses Verbot vielleicht auch auf hievon bis 
her noch ausgeschlossene Stadttheile ausdehnen wird, da mit 
dem Anwachsen von Steinhäusern sich nach und nach auch die 
Anzahl und Grösse der bisher namentlich den bedeutenden 
Holzconsum hervorrufenden, oft ausserordentlich verheerenden 
Feuersbrünste, welche nicht selten ganze Stadttheile verwüste 
ten, verringern dürften, und da endlich in Constantinopel kein 
Industriezweig existirt und auch noch lange nicht sich aus 
bilden dürfte, welcher grössere Quantitäten von Werk- und Con- 
structionshölzern consumiren und dadurch den etwaigen Aus 
fall an dem Verbrauche von Bauhölzern ersetzen würde. 
So ist namentlich, obwol Constantinopel als einer der 
grössten Seehandelsplätze betrachtet werden kann, der Schiffs 
bau geradezu null. 
Die einzige grössere Schiffswerfte, welche in Constantino 
pel existirt, ist jene des Marine-Arsenales der türkischen Regie 
rung und diese wird kaum zu etwas Anderem, als zum Ausbes 
sern der Kriegschiffe verwendet und hat gewiss nicht viele 
neue Schiffe in ihr enstehen gesehen, da alle neueren Kriegs 
schiffe der Türken in England Toulon oder Triest angefertigt 
sind. 
Von Privaten haben, soviel dem Consulate bekannt ist, 
nur zwei österreichisch-ungarische Staats-Angehörige kleine 
Schiffswerften in Bujukdere, welche höchstens für zweimastige 
Segelschiffe hinreichend gross sind, und wo auch fast aus-
	        
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