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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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Absonderung wurde bis zum Jahre 1835 streng befolgt. Nach 
einigen vergeblichen Versuchen gelang es indessen erst im Jahre 
1840 wenigen Christen (Rajah’s), sich in den Besitz von Seiden 
schränken pachtweise und damit in die Reihe der Seidenkäufer 
zu bringen. Es fehlte nicht an reichlicher Gegnerschaft, da die 
Regierung aber eingedenk des „Tansimats“ gewähren liess, so 
wurde es bald zum Brauch, und Christen konnten von nun an 
sich so gut an diesem Handel betheiligen, als die bisher allein 
berechtigten Türken. Auch das Verbot, erst von Ende August 
an für die Exportation kaufen zu dürfen, wurde nun ebenfalls 
nicht mehr berücksichtigt. Das Monopol dieses Handels zu Gun 
sten einer bevorzugten Gasse von Muselmännern unterlag dem 
Einfluss der freien Concurrenz und des sich immer mehr ent 
wickelnden Exportes nach England, Frankreich und der Schweiz, 
der den Werth des Artikels steigerte. Dadurch vertheuerten sich 
aber auch die Erzeugnisse der inländischen Stoffefabrication, die 
dann bald wiederum den importirten billigen Baumwollstoffen 
jeder Gattung weichen mussten, auf denen immer mehr die Muster 
und der Geschmack des hiesigen Consumo’s nachgeahmt wurden. 
Und in neuerer Zeit wurden auch die gestreiften Halbseiden- 
waaren (z. B. in Wien) genau und billiger angefertigt und hier 
her importirt. 
Ehemalige Production. 
Lässt sich nun eine genaue Angabe über die Wichtigkeit 
der damaligen Production auch nicht mehr feststellen, so kann 
diessdochnoch annähernd aus den nachfolgenden Details über die 
Ergebnisse der letzten sechs Jahre gefolgert werden. Allerdings 
herrschen jetzt ganz andere Verhältnisse. 
Die noch vorkommenden wenigen Landesseiden reichen 
kaum hin für den ebenfalls bedeutend verminderten inländischen 
Consum, und sehen sich ganz durch die allgemeine Herstellung 
der Filandenseiden verdrängt. Diess dürfte aber für die Production 
im Allgemeinen ziemlich gleich bleiben; dagegen muss in dieser 
Hinsicht die nach mehreren Plätzen Europa’s seitdem zeitweise 
stattfindende Cocons-Exportation schon eher erwogen werden. 
Ferner die durch krankheitliche Einflüsse verursachten geringeren 
Ernten — denen man dann allerdings eine bedeutend grössere
	        
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