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Absonderung wurde bis zum Jahre 1835 streng befolgt. Nach
einigen vergeblichen Versuchen gelang es indessen erst im Jahre
1840 wenigen Christen (Rajah’s), sich in den Besitz von Seiden
schränken pachtweise und damit in die Reihe der Seidenkäufer
zu bringen. Es fehlte nicht an reichlicher Gegnerschaft, da die
Regierung aber eingedenk des „Tansimats“ gewähren liess, so
wurde es bald zum Brauch, und Christen konnten von nun an
sich so gut an diesem Handel betheiligen, als die bisher allein
berechtigten Türken. Auch das Verbot, erst von Ende August
an für die Exportation kaufen zu dürfen, wurde nun ebenfalls
nicht mehr berücksichtigt. Das Monopol dieses Handels zu Gun
sten einer bevorzugten Gasse von Muselmännern unterlag dem
Einfluss der freien Concurrenz und des sich immer mehr ent
wickelnden Exportes nach England, Frankreich und der Schweiz,
der den Werth des Artikels steigerte. Dadurch vertheuerten sich
aber auch die Erzeugnisse der inländischen Stoffefabrication, die
dann bald wiederum den importirten billigen Baumwollstoffen
jeder Gattung weichen mussten, auf denen immer mehr die Muster
und der Geschmack des hiesigen Consumo’s nachgeahmt wurden.
Und in neuerer Zeit wurden auch die gestreiften Halbseiden-
waaren (z. B. in Wien) genau und billiger angefertigt und hier
her importirt.
Ehemalige Production.
Lässt sich nun eine genaue Angabe über die Wichtigkeit
der damaligen Production auch nicht mehr feststellen, so kann
diessdochnoch annähernd aus den nachfolgenden Details über die
Ergebnisse der letzten sechs Jahre gefolgert werden. Allerdings
herrschen jetzt ganz andere Verhältnisse.
Die noch vorkommenden wenigen Landesseiden reichen
kaum hin für den ebenfalls bedeutend verminderten inländischen
Consum, und sehen sich ganz durch die allgemeine Herstellung
der Filandenseiden verdrängt. Diess dürfte aber für die Production
im Allgemeinen ziemlich gleich bleiben; dagegen muss in dieser
Hinsicht die nach mehreren Plätzen Europa’s seitdem zeitweise
stattfindende Cocons-Exportation schon eher erwogen werden.
Ferner die durch krankheitliche Einflüsse verursachten geringeren
Ernten — denen man dann allerdings eine bedeutend grössere