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Besestans vollständig. Bis dahin wusste mau von einem Cocons-
markte noch nichts. Es fanden keine Verkäufe in Cocons statt,
weil der Coconszticliter sie selbst abspann und nur die Seide
verkäuflich war. Die Spinnereibesitzer waren nun aber darauf
angewiesen, von Züchtern Cocons abzukaufen, und da sie durch
die Herstellung eines viel werthvolleren Gespinnstes im Stande
waren, bessere Preise für die Cocons zu zahlen, als die Züchter
aus der selbst daraus gesponnenen mangelhaften Seide im Ver
hältnisse lösen konnten, so fanden sie bald im Coconsverkauf
eine bessere Rechnung.
Von Jahr zu Jahr steigerte sich der Coconszudrang, die
Züchter brachten den Spinnern die Cocons in die Spinnereien;
und es verminderten sich dagegen die Seidenankäufe im Besestan
in gleichem Maasse.
Hätte nicht zu gleicher Zeit, durch die Vertheuerung der
Seide im Allgemeinen, sowie auch besonders derselben im
Besestan durch geringere Ankünfte einerseits, und den immer
mehr überhand nehmenden Import europäischer, namentlich
Schweizer - Manufacturwaaren, als Ersatz der theueren inländi
schen seidenen und halbseidenen Stoffe, anderseits der inlän
dische Seideneonsum und damit die bis dahin weltberühmte
Brussa’er Seidenstoffabrication in gleichem Maasse abgenommen,
die verminderten Seidenankünfte im Besestan würden bald nicht
mehr hingereicht haben, und da die von den Spinnereien erzeugte
Seide zu theuer zu stehen gekommen wäre, so hätte die inlän
dische Fabrication sich bald genöthigt gesehen, gute persische
und chinesische Seide zu importiren. Diese vollständig ver
änderte Lage der hiesigen Seiden-Industrie ist bis jetzt meines
Wissens noch nirgends erschöpfend gewürdigt worden. So liest
man denn auch in allen Lexiken, Reisebüchern, und selbst in
der erst ganz neu erschienenen „Geographie des Welthandels“
von Dr. C. Andree in Bezug auf Brussa immer noch die alten
Daten von seiner weltberühmten Seidenstoffabrication, seinen
Tausenden von Webestühlen und Arbeitern u. s. w., die nun, auf
ein Minimum herabgesunken, dem sehr beschränkten inländischen
Consurn mehr als genügt; während inzwischen der Schwer-
punct der hiesigen Seiden-Iudustrie, und das ist der gegenwärtige,
ganz in die Erzeugung von tadellosen Rohseiden in bestenQuali-
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