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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Constantinopel und das anliegende Gebiet: Beiträge des k. u. k. Consulates und der österreichisch-ungarischen Handelskammer in Constantinopel zur Darstellung des Welthandels und der Geschichte der Preise auf der internationalen Ausstellung in Wien 1873

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Besestans vollständig. Bis dahin wusste mau von einem Cocons- 
markte noch nichts. Es fanden keine Verkäufe in Cocons statt, 
weil der Coconszticliter sie selbst abspann und nur die Seide 
verkäuflich war. Die Spinnereibesitzer waren nun aber darauf 
angewiesen, von Züchtern Cocons abzukaufen, und da sie durch 
die Herstellung eines viel werthvolleren Gespinnstes im Stande 
waren, bessere Preise für die Cocons zu zahlen, als die Züchter 
aus der selbst daraus gesponnenen mangelhaften Seide im Ver 
hältnisse lösen konnten, so fanden sie bald im Coconsverkauf 
eine bessere Rechnung. 
Von Jahr zu Jahr steigerte sich der Coconszudrang, die 
Züchter brachten den Spinnern die Cocons in die Spinnereien; 
und es verminderten sich dagegen die Seidenankäufe im Besestan 
in gleichem Maasse. 
Hätte nicht zu gleicher Zeit, durch die Vertheuerung der 
Seide im Allgemeinen, sowie auch besonders derselben im 
Besestan durch geringere Ankünfte einerseits, und den immer 
mehr überhand nehmenden Import europäischer, namentlich 
Schweizer - Manufacturwaaren, als Ersatz der theueren inländi 
schen seidenen und halbseidenen Stoffe, anderseits der inlän 
dische Seideneonsum und damit die bis dahin weltberühmte 
Brussa’er Seidenstoffabrication in gleichem Maasse abgenommen, 
die verminderten Seidenankünfte im Besestan würden bald nicht 
mehr hingereicht haben, und da die von den Spinnereien erzeugte 
Seide zu theuer zu stehen gekommen wäre, so hätte die inlän 
dische Fabrication sich bald genöthigt gesehen, gute persische 
und chinesische Seide zu importiren. Diese vollständig ver 
änderte Lage der hiesigen Seiden-Industrie ist bis jetzt meines 
Wissens noch nirgends erschöpfend gewürdigt worden. So liest 
man denn auch in allen Lexiken, Reisebüchern, und selbst in 
der erst ganz neu erschienenen „Geographie des Welthandels“ 
von Dr. C. Andree in Bezug auf Brussa immer noch die alten 
Daten von seiner weltberühmten Seidenstoffabrication, seinen 
Tausenden von Webestühlen und Arbeitern u. s. w., die nun, auf 
ein Minimum herabgesunken, dem sehr beschränkten inländischen 
Consurn mehr als genügt; während inzwischen der Schwer- 
punct der hiesigen Seiden-Iudustrie, und das ist der gegenwärtige, 
ganz in die Erzeugung von tadellosen Rohseiden in bestenQuali- 
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