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am Platze ihr Product, oder vergehen es in Consignation gegen
drei Viertel Blancovorschuss des Werthes.
Im kleinen Masstabe wiederholt sich diess dann nochmals
im August und September der Hauptankunftszeit der trockenen
Coeons, so dass die Zeit vom Juni bi - September als die Haupt
geschäftszeit für hier anzusehen ist.
Die Haupteinkäufer sind die Spinner, und ausser ihren
Platzeinkäufen lassen sie auch auf den verschiedenen Markt
plätzen im Innern der Provinz einkaufen.
Coeons-Export.
Indessen wurde in früheren Jahren, uird namentlich bis 18G8
oft auch für den Export nach Frankreich und Italien eingekauft,
sei es durch Aufträge an Platz gelegt, sei es, dass die Käufer
selbst kamen, oder eigene Angestellte sendeten, sei es, dass
Inländer auf Speculation für den Export kauften.
Die Spinner können aber leicht mehr bezahlen als der Export
und so fand dieser auch mehr aus entlegenem, von den Spinnern
weniger besuchten Gegenden statt.
Es scheint aber, seit die Coconsverkäufe in Marseille nur
aufRendita-Probe hin zu geschehen pflegen, dass der Export wenig
Convenienz mehr darbietet, wenigstens wurde in den letzten
Jahren nur wenig ausgeführt.
Immerhin dürfte es aber nicht uninteressant sein, die Spesen
der Verpackung, des Transportes, des Zolles, bis an Bord des
Schiffes in Constantinopel gelegt, zu erfahren, wesshalb ich in
der Anlage V eine fingirte Factura beifüge.
Da es mir möglich war, bis zum Jahre 1859 zurück das
Resultat eines grössern Cocons-Einkaufes im frischen Zustande in
der Ernte, stets aus einem Durchschittsquantum von Prima,
Secunda und selbst etwas geringer Qualität zusammenzustellen,
an Seide sowol als den Hauptabfällen wier Strussi, Doupions-
und Sudak-Seide und in den späteren Jahren auch an Bassines,
die Abfälle im Procentsatze zur Sehle gerechnet und letztere
wieder als Rendita der Coeons im Procentsatz sowol als auch
mit Angabe des für eine Oka Seide benöthigten Quantums
Coeons — so habe ich in der Anlage VI eine derartige Dar
stellung über die Jahre 1859 his 1871 einschliesslich ausgeführt,