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stets gemischt und in Knäueln. Die Käufer erster Hand lassen
daher die verschiedenen Qualitäten erst auslesen, reinigen und
ausziehen, um der so assortirten Waare ein besseres Aussehen
zu geben und verkaufen sie dann zu einem Durchschnittspreise,
der gegenwärtig 12 Frcs. perKilgr. franco an Bord Constantinopel
beträgt und die Qualitäten Nr. 37, 38, 39, 40, 41 in einem Assorti
ment zu möglichst gleichen Theilen begreift.
Der Versandt geschah früher meist nach Marseille; seit zwei
Jahren aber findet er vorzugsweise nach England statt, wo bessere
Preise gezahlt werden.
Das jährlich erzeugte und versendete Quantum kann ich nicht
genau angeben. Es lässt sich aber auf beiläufig 5000 Kilogramm
schätzen, und würde daher beim Durchschnittspreise von 12 Frcs.
einem jährlichen Werthe von 60,000 Frcs. und in den letzten sechs
Jahren einem Quantum von ca. 30,000 Kilgr. im Werthe von
360,000 Frcs. gleich kommen.
Als nächstfolgender und bei weitem wichtigster Seiden-Abfall
kommen die
S t r u s s i,
auch schlechthin Seiden-Abfälle genannt (ital. Struzzi, franz. Fri-
sons, engl. Kuubs, türkisch Kamdschibaschi). Nummer 43 des
Musterkastens C schliesst Muster in weisser, gelber und grüner
Farbe davon ein.
Dieser Artikel fällt ab beim Bürsten, respective Schlagen
der Cocons durch kleine Besen, hier von Haidereisern (franz.
brugere), die hiefür in Frankreich gefertigt und von dorten hiefür
bezogen werden.
Das Stück kommt auf 10—15 Centimes.
Diess Bürsten ist das erste Verfahren, dem der Cocon in
der Spinnerei unterliegt, und geschieht in kochendem Wasser.
Durch die Hitze wird zunächst die Erweichung des die Cocons-
fäden verbindendenGummis angestrebt und vermittelst desBürstens
wird die erste unregelmässige und daher unabspinnbare Hülle
abgenommen, bis man aut den einzelnen, sich regelmässig
abspinnenden Faden kommt.
So oft dann im Verlaufe des Spinnens dieser Faden sich
unterbricht, was meist zwei- bis dreimal bei jedem Cocon