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Nr. 53 die einheimische (anatolische und rumelische) und in
Nr. 54 die japanische Race zur Anschauung bringt.
In den Prima-Qualitäten ist die Preisdifferenz zwischen diesen
zwei Sorten stets 3—4 Frcs. per Kilogramm.
Ueber das jährlich vorkommende Quantum lässt sich gar
nichts Bestimmtes sagen, wie es denn auch gar kein regel
mässiges ist und ganz davon abhängt, in weicher Gegend Raupen
eier gewonnen werden. Diese wechselt aber stets für die ein
heimischen Racen und war in den letzten Jahren stets weit von
hier entfernt, so dass nur wenig auf den hiesigen Markt zum
Verkaufe kam in dieser Race. Auch in diesem Jahre (1872}
bleibt das ganze Quantum anatolischer .Samen-Cocons auf etliche
20 Ballen oder 12—1500 Kilogramme beschränkt.
Dagegen kamen bedeutend mehr Samen-Cocons japanischer
Race vor, da jeder Züchter etwas Eier von seinen eigenen
Cocons gewann. So wurden hierin vielleicht bis 150 Ballen oder
circa 10.000 Kilogramme auf dem hiesigen Markte umgesetzt.
Das meiste wurde nach Marseille consignirt und ein Tlieil
auf feste Aufträge für die Schweiz eingekauft.
Betreffs Preise kann ich nur die der drei Jahre 1870—1872
wie folgt feststellen:
Samen-Cocons.
Einheimische Race: Japanische Race:
1870 . Francs 8
1871 . „ 4-25 bis 6-50 Francs 3-25 bis 6
1872 . „ 14 „ 15 „ 11 „ 12
per Kilogramm franco Constantinopel.
Die diessjährige Production würde demnach ergeben:
1.500 Kilos einheimische ä 14y 2 Frcs. . . 21.750 Frcs.
10.000 „ japanische ä 11 y a Frcs. . . . 115,000 ,,
11.500 Kilogramme im Werthe von . . . . 136.750 Frcs.
Früher, ehe dieser Artikel für die Exportation hier verkäuf
lich war, kochten ihn die Züchter ab, zogen ihn ab und erzeugten
den Stoff daraus, den sie Gühül nannten und der den ganz
Prima-Frisonnets cuits ähnlich ist. Dieses Gühül wurde dann
von Frauen im Hause wie die Baumwolle an der Spindel zu
einem Faden gedreht und mit Baumwollfäden zur Hälfte zu