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Full text : Volkswirthschaftliche Studien über Alexandrien und das untere Nil-Thal: ein Beitrag des k. u. k. General-Consulates und der österreichisch-ungarischen Colonie in Egypten zur additionellen Ausstellung des Welthandels

Schafwollwaaren.
Von  D.  Pollak.
Wie  schon  in  mehreren  Berichten  hervorgehoben  wurde,
besteht  die  Kleidung  der  niedrigen  Classe,  also  der  Mehrzahl  der
hiesigen  Einwohner  beiderlei  Geschlechts,  ausschliesslich  aus
Baumwollgeweben.  Die  Frauen  des  Mittelstandes,  sowie  die  Bewohnerinen ­
  der  Harems  von  Pascha’s  und  Würdenträgern  kleiden ­
  sich  hauptsächlich  in  Seidenstoffe.  Die  Einfuhr  von  Schafwollwaaren ­
  ist  daher  bei  weitem  nicht  so  bedeutend,  als  man
nach  der  Einwohnerzahl  sehliessen  sollte,  und  es  beschränken
sich  die  in  diese  Branche  gehörigen,  hier  importirten  Artikel,
abgesehen  von  den  verschiedenen  Tuchsorten,  welche  in  einem
besonderen  Berichte  besprochen  wurden,  auf  folgende:
Damenkleiderstoffe  für  Europäerinen;
Satin  de  chine,  welcher  von  der  Mittelclasse  der  Araber
und  Levantiner  im  Sommer  als  Ersatz  für  Tuch  zu  Männerkleidern ­
  gebraucht  wird;
Möbelstoffe  und  Teppiche;
einzelne  Specialitäten  zum  Gebrauche  für  eingeborene ­
  Frauen;
Futterstoffe.
Die  Damenkleiderstoffe  für  Europäerinen  sind,  wie
überall,  so  auch  hier  sehr  mannigfaltig,  und  es  richtet  sich  der
Geschmack  darin  in  keiner  Weise  nach  besonderen  Sitten
unseres  Landes,  sondern  ausschliesslich  nach  den  europäischen
Moden.  Ein  Aufzählen  oder  näheres  Bezeichnen  dieser  Stoffe
wäre  also  bei  der  grossen  Veränderlichkeit  der  Mode  geradezu
unmöglich,  und  es  ist  nur  zu  bemerken,  dass  im  Allgemeinen
blos  eine  gute,  geschmackvolle  Waare  geht,  indem  die  niedrige
Classe  bei  den  Europäerinen  sehr  spärlich  vertreten  ist.
            
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