Schafwollwaaren.
Von D. Pollak.
Wie schon in mehreren Berichten hervorgehoben wurde,
besteht die Kleidung der niedrigen Classe, also der Mehrzahl der
hiesigen Einwohner beiderlei Geschlechts, ausschliesslich aus
Baumwollgeweben. Die Frauen des Mittelstandes, sowie die Bewohnerinen
der Harems von Pascha’s und Würdenträgern kleiden
sich hauptsächlich in Seidenstoffe. Die Einfuhr von Schafwollwaaren
ist daher bei weitem nicht so bedeutend, als man
nach der Einwohnerzahl sehliessen sollte, und es beschränken
sich die in diese Branche gehörigen, hier importirten Artikel,
abgesehen von den verschiedenen Tuchsorten, welche in einem
besonderen Berichte besprochen wurden, auf folgende:
Damenkleiderstoffe für Europäerinen;
Satin de chine, welcher von der Mittelclasse der Araber
und Levantiner im Sommer als Ersatz für Tuch zu Männerkleidern
gebraucht wird;
Möbelstoffe und Teppiche;
einzelne Specialitäten zum Gebrauche für eingeborene
Frauen;
Futterstoffe.
Die Damenkleiderstoffe für Europäerinen sind, wie
überall, so auch hier sehr mannigfaltig, und es richtet sich der
Geschmack darin in keiner Weise nach besonderen Sitten
unseres Landes, sondern ausschliesslich nach den europäischen
Moden. Ein Aufzählen oder näheres Bezeichnen dieser Stoffe
wäre also bei der grossen Veränderlichkeit der Mode geradezu
unmöglich, und es ist nur zu bemerken, dass im Allgemeinen
blos eine gute, geschmackvolle Waare geht, indem die niedrige
Classe bei den Europäerinen sehr spärlich vertreten ist.