Leinenwaaren.
Von Ed. Friedheiiu und G. Marcus.
Eine Erzeugung leinener Gewebe bestellt in Egypten
nicht. Es wird nur Hanf und in unbedeutendem Maasse gebaut,
der zur kleinen Fabrication von Seilerwaaren für einen Theil
des Landesbedarfs verwendet wird. Auch die
Einfuhr leinener Waaren ist eine geringere, als sich
zufolge der Einwohnerzahl und der theilweisen Culturstufe des
Landes erwarten lassen sollte. Während für den Bedarf der
besseren Classen, wie in allen wärmeren Klimaten, baumwollene
Gewebe schon aus Gesundheitsrücksichten die leinenen zum
grossen Theile verdrängen, genügt dem Fellachen sein baumwollenes
Gewand, und auch der Araber, so weit er seiner
Landestracht noch nicht abtrünnig geworden, verleugnet sein
weites baumwollenes Beinkleid, Hemd oder Jacke mit Weste
nur, um sie bei festlichen Gelegenheiten oder in kühler Jahreszeit
gegen tuchene oder sonstige wollene Kleidungsstücke zu
vertauschen. Im Uebrigen ist in dem gänzlichen Mangel von
Fabrication fertiger Wäsche, welche durchgehends von Europa
bezogen wird, ein Hauptgrund der beschränkten Einfuhr leinener
Gewebe zu suchen.
Wenn nun bei der grossen Unzulänglichkeit diessfallsiger
statistischer Angaben der jährliche Import in leinenen Waaren
unmöglich in genauen Zahlen bezeichnet werden kann, so wird
man sich doch ein ungefähres Bild der Einfuhr machen können,
wenn man bedenkt, dass eben der Hauptverbrauch, und zwar
unter oben angeführten Beschränkungen, bei den in Egypten
weilenden circa 150.000 Europäern stattfindet, mit Ausnahme
einiger weniger Artikel, die, wie leinene Taschentücher,
H a n d t U c h e r und Matra zenstoffe, von allgemeinerem