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Full text : Volkswirthschaftliche Studien über Alexandrien und das untere Nil-Thal: ein Beitrag des k. u. k. General-Consulates und der österreichisch-ungarischen Colonie in Egypten zur additionellen Ausstellung des Welthandels

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Tuch  als  zu  einem  europäischen  Kleide  bedingt,  sowie  die  klimatischen ­
  Verhältnisse,  die  Feuchtigkeit  in  Alexandrien,  den  Sand
und  Staub  im  Innern,  durch  welche  die  Kleider  an  Dauerhaftigkeit ­
  einbüssen  und  öfters  als  anderswo  ersetzt  werden  müssen.
Die  Bezugsquellen  für  Tuche  (in  Egypten  selbst  werden
keine  erzeugt)  sind  hier  Deutschland  (Görlitz,  Leipzig,  Aachen,
Berlin,  Eupen),  Belgien  (Verviers),  Oesterreich  (Brünn,  Reichenberg,
  Namiest),  Frankreich  (Elboeuf,  Sedan)  und  England  (Leeds
und  Umgebung).
Deutschland  und  Belgien  spielen,  wie  wir  bei  der  speciellen
Aufführung  der  Artikel  sehen  werden,  die  Hauptrolle,  während
England  bei  Weitem  nicht  jenen  Platz  einnimmt,  welchen  es  in
Rücksicht  auf  seine  grossen  Tuch-Manufacturen  beanspruchen
könnte.  Der  Grund  liegt  darin,  dass  in  England  die  hier  gangbaren ­
  Qualitäten  wenig  erzeugt  werden,  hauptsächlich  aber  darin,
dass  sich  die  englischen  Exporteurs  die  hiesigen  Verkaufs-Usancen
  nicht  gefallen  lassen  wollen.
In  Hinsicht  auf  die  Qualitäten  zerfällt  unser  Tuchgeschäft
in  zwei  vollkommen  getrennte  Specialitäten,  nämlich  in  jenes
für  den  arabischen  Markt  und  in  jenes  zur  Anfertigung  europäischer ­
  Kleider,  und  da  letztere  durch  den  bereits  betonten
Aufschwung  des  Imports  fertiger  Kleider  zu  einem  Minimum  reducirt
  sind,  so  wollen  wir  uns  hauptsächlich  und  in  erster  Linie
mit  Tuchen  für  Araber  befassen.
Von  diesen  sind  die  hoch  farbigen  Tuche  am  meisten
verlangt  und  ist  hiefür  eine  gute,  feste,  gedeckte,  glänzende,
nadelfertig  deeatirte  Waare  erforderlich.
Angesichts  der  oben  angedeuteten  Landestracht  ist  eine
hinreichende  Breite  Hauptbedingung  und  muss  dieselbe  wenigstens ­
  140  Centimeter  messen.
Die  beliebtesten  Farben  sind  blau  in  den  verschiedensten
Nuancen,  vom  lichtblau  bis  zum  schwarzblau  (noir  bleute),  feinei
braun,  grau  und  grün  in  mehreren  Schattirungen  und  weisslich
grau.  Roth  wird  auch  hie  und  da  verlangt,  dient  abei  hauptsächlich ­
  zu  Militärhosen  und  zu  Ueberzügen  von  Divans.
Diese  Tuche  sind  meistens  wollfärbig  gewünscht  und
werden  grösstentheils  aus  Deutschland  bezogen.  Frankreich  liefert ­
  nur  wenig  hieher  und  diess  in  ganz  hochfeiner  W  aare.
            
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