MAK

Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Alexandrien und das untere Nil-Thal: ein Beitrag des k. u. k. General-Consulates und der österreichisch-ungarischen Colonie in Egypten zur additionellen Ausstellung des Welthandels

Schuhwaaren. 
Von 1). p o 1 1 a k. 
Das Schuhgeschäft ist in Folge des Industfiemangels unse 
res Landes hier von grosser Wichtigkeit, denn es werden 
unverhältnissmässig mehr Beschuhungen fertig importirt, als 
hier erzeugt. Diess gilt natürlich nur von Schuhen europäischer 
form, welche jedoch nicht blos von Europäern getragen werden, 
sondern welche täglich auch mehr und mehr hei den Eingebore 
nen in Gebrauch kommen. 
Schuhwaaren werden bezogen aus Oesterreich, England 
und L' rankreich, von allen drei Ländern in ungefähr gleichen 
Quantitäten, wobei hervorzuheben ist, dass die Ausdehnung und 
Verbesserung, welche die Schuhwaaren-Fabrication in Oester 
reich in den letzten Jahren erfahren hat, auch hier sehr fühlbar 
geworden ist. Vor noch nicht langer Zeit spielte Oesterreich in 
dem hiesigen Schuhgeschäfte eine sehr secundäre Rolle, wäh 
rend es jetzt vollständig dieselbe Wichtigkeit wie die beiden 
anderen obgenannten Länder hat; und da die Wiener Fabri 
kanten mit einer gewissen Vorliebe nach hier zu arbeiten 
scheinen, wobei sie aufmerksam die Bedürfnisse und Wünsche 
der hiesigen Kunden beobachten, um ihre Fabrikate darnach 
einzurichten, so glauben wir richtig vorauszusehen, dass in 
kurzer Zeit diese Branche — wenigstens insofern es Männer 
schuhwerk betrifft — vorzugsweise in österreichischen Händen 
sein wird. 
Die grössere Ausdehnung des Imports aus Oesterreich ist 
meistens auf Kosten der englischen Einfuhr erfolgt, denn wäh 
rend man aus England früher alle Sorten Männerstiefeln, sowie 
auch Lederstiefletten für Damen bezog, kommen jetzt sowohl 
letztere, als auch die besseren Männerstiefeln aus Wien, während
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.