MAK

Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Alexandrien und das untere Nil-Thal: ein Beitrag des k. u. k. General-Consulates und der österreichisch-ungarischen Colonie in Egypten zur additionellen Ausstellung des Welthandels

Männerkleider. 
Von 1). Pollak. 
Das Männerkleidergeschäft hat in den letzten Jahren eine 
grosse Ausdehnung gewonnen, theils in Folge des stetigen Zu 
nehmens der europäischen Colonie, theils weil die europäische 
Tracht bei unseren Eingeborenen immer mehr in Gebrauch 
kommt, theils aber, und diess zwar in erster Linie, wegen des 
hohen Arbeitslohnes im Lande selbst, welcher die Anfertigung 
der Kleider hier verhindert. 
Die Zahl der Europäer, welche gegenwärtig in Egypten 
wohnen, schätzen wir auf etwa 150.000; wenigstens eben so 
viel Araber haben die europäische Tracht angenommen, und 
von allen diesen zusammen ist nur kaum der zehnte Theil in 
der Lage, den theuren Preis für hier angefertigte Kleider zu 
bezahlen, während neun Zehntel darauf angewiesen sind, leitig 
importirte Kleider zu kaufen. 
Wenn wir nun noch berücksichtigen, dass in Folge der 
klimatischen Verhältnisse die Kleider hier viel öfters als an 
derswo erneuert werden müssen, so können wir uns den grossen 
Aufschwung, den diese Branche erfahren hat, leicht erklären, 
und prophezeien ihr eine immer mehr wachsende Bedeutung. 
Die Rentabilität dieses Geschäftes und die dadurch ent 
standene Concurrenz sind nun so gross, dass sie den Verkäu 
fern des Artikels einerseits die Mittel verschafft, andererseits 
die NothWendigkeit aufgedrungen haben, jeden Zwischenhänd 
ler zu umgehen und den Artikel aus allererster Quelle zu 
beziehen. 
In der Tliat, während vor nicht langer Zeit mancher hiesige 
Commissionär sich mit dem Import fertiger Kleider befasste, 
die er den Detailhändlern verkaufte, verschafften sich letztere
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.