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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Alexandrien und das untere Nil-Thal: ein Beitrag des k. u. k. General-Consulates und der österreichisch-ungarischen Colonie in Egypten zur additionellen Ausstellung des Welthandels

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unten detaillirt auffUhren wollen, schicken wir eine kurze Be 
schreibung dieser Beschuhungen voraus: 
Der hiesige Landmann benutzt nur an t esttagen oder bei 
ausserordentlichen Veranlassungen eine 1' ussbekleidung, und in 
diesen Fällen bedient er sich eines Schuhes oder vielmehr eines 
Pantoffels aus rothem oder gelbem Schafleder. Die Mittelclasse 
trägt einen Schuh aus gewichstem Kuhleder oder bei festlichen 
Ereignissen aus lackirtem Schatleder. Die wohlhabende ( lasse 
und namentlich die höheren Regierungsbeamten, insofern sic 
nicht schon die europäischen Beschuhungen angenommen hat, 
trägt eine doppelte Fussbekleidung, und zwar die erste innere 
in der Form eines Sockens aus chagrinirtem Ziegenleder, ohne 
Sohlen, d. h. mit einem Boden aus demselben Leder, und die 
zweite äussere in der Form eines gewöhnlichen offenen Schuhes 
aus lackirtem Kalbleder. Dieses System der doppelten Beschu 
hung hat seinen Ursprung in der mohamedanischen Sitte, beim 
Eintritte in eine Moschee oder in eine Wohnung die Schuhe 
abzulegen. 
Demnach sind die hier gangbaren Ledersorten folgende. 
Sohlenleder, hauptsächlich französisches Erzeugnis» aus 
Ochsen- und Kuhhäuten von Algier und Buenos-Ayres. 
Es wird eine gute, feste, trockene Qualität verlangt, von 
lichtgelber Farbe, wiegend 80—90 Kilo per Ballen ä 40 halben 
Häuten. Die Preise dieser Qualität richten sich immer nach den 
jenigen des Productionslandes und lassen einen Gewinn von 
•} bis 4®/»; so ist der Artikel in Folge der jüngsten Theuerung 
auf 6i/ 4 —6 3 / 4 Franken per Oka gestiegen, während er \oi dici 
Jahren, also vor dem jüngsten Kriege, 4 bis höchstens 4*/, holte. 
Eine geringere Qualität Sohlenleder wird aus Griechenland, 
namentlich aus Syra eingeführt. Diese dient nur zu ordinären 
arabischen Beschuhungen, steht in jeder Beziehung weit hinter 
der französischen zurück, hat eine röthliche Farbe und erzielt 
oft nur die Hälfte des Preises der französischen Qualität. 
Ausser diesen beiden Sorten Sohlenleder wird noch eine 
aus Frankreich und England bezogen, welche hier zur Anferti 
gung von Riemen zu Baumwoll-Reinigungsmaschinen verwendet 
wird. Dieser Artikel ist zu secundär, um eingehend besprochen 
zu werden.
	        
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