Bijouteriewaaren und Uhren.
Von Henry Ziv.v und ]>. Pollak.
Der Handel in diesen Artikeln ist von einer gewissen Wich
tigkeit flir unser Land, da die einheimische Bevölkerung sehr
den Luxus liebt. Die Prinzen, Paschas und Würdenträger machen
grosse Ausgaben für ihre Harems, und selbst die niedrigste
Classe der Eingebornen verwendet ihre ersten Ersparnisse zum
Ankäufe von Uhr nebst Kette.
Der Absatz der Schmucksachen und Uhren ist zwar hier
nicht so regelmässig wie in anderen Ländern, aber desshalb
doch nicht weniger bedeutend, denn bei aussergewöhnlichen
Gelegenheiten, wie Hochzeiten oder anderen Festlichkeiten, hat
man die Gewohnheit, sehr reiche Geschenkt' zu machen, und
zwar nicht blos an die Verwandten, sondern auch an die Sclaven
und Dienstboten, sowie überhaupt an alle Hausleute.
Was nun den Geschmack unseres Landes betrifft, so legt
man weniges Gewicht auf elegante und moderne Form, als man
schwere und reich mit Steinen besetzte Gegenstände liebt, und
in der '['hat werden hier Bijouteriewaaren verkauft, die von sehr
grossem AVerthe und mit Diamanten und anderen Steinen Ubei -
laden, zugleich aber von einer Arbeit sind, der man in Europa
jedenfalls wenig Geschmack abgewinnen würde.
Als Schmuck für Männer sind es besonders Taschenuhren
und dicke Ketten von Gold oder Silber, die hier Absatz finden.
Der echte Araber liebt es, lange dicke Ketten, genannt Sautoirs,
zu tragen, und erst seit wenigen Jahren haben diejenigen Araber,
welche in Verkehr mit Europäern gekommen sind, angefangeu,
deren Gewohnheiten anzunehmen, und also nur die kurze Kette
(giletiere) zu tragen.
Der sich überall bemerkbar machende Mangel an Industrie
in unserem Lande zeigt sich auch bei diesem Artikel, und es ist