Möbel.
Von I). Pollak.
Das Möbelgeschäft ist in Egypten erst in der jüngsten Zeit
in Aufschwung gekommen. Vor nur wenigen Jahren noch be
stand das ganze Mobiliar der arabischen Wohnungen der Mittel
und der niederen Classe einfach aus Divans, welche aus einem
Gestell von weichem Holze, einer Matratze und vier Kissen
zusammengesetzt waren, sowie aus einigen bunt und grell be
malten Kisten, ebenfalls von weichem Holze, zum Aufbewahren
der Wäsche und der Kleider. Nur in letzteren erlaubte sich die
bessere Mittelclasse einen gewissen Luxus, indem sie statt
dieser Kisten mit Perlmutter eingelegte und geschnitzte Koffer
hatte, welche auch hiesiges Erzeugnis und sehr roh bearbeitet
Seit etwa sechs bis sieben Jahren haben nun die Araber
indess begonnen, in dieser Beziehung europäische Sitten anzu
nehmen; sie machten den Anfang namentlich mit eisernen Bett
stellen, welche jetzt fast in jedem Haushalte zu finden sind,
und sind nach und nach so weit gekommen, dass sie heute
insofern es ihnen ihre Mittel gestatten, ihr Mobiliar ganz nach
europäischem Geschmacke einrichten. .
Im Lande selbst wird so gut wie gar nichts in diesem
Fache erzeugt. Der einzige Artikel, den man hier fabncirt, ist
eine Art sehr ordinärer Stühle aus bemaltem Holze, welche nur
in Küchen und in den ordinärsten öffentlichen Localen zu finden
sind und die einen so geringen Werth haben, dass es sich der
Frachtauslagen halber nicht lohnen würde, sie aus Europa zu
importiren. Sie werden hier zu 14 Frcs. das Dutzend verkauft.
Was nun die importirten Möbel anbetrifft, so ist hier die
wichtigste Bezugsquelle für dieselben Italien, welches uns