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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Alexandrien und das untere Nil-Thal: ein Beitrag des k. u. k. General-Consulates und der österreichisch-ungarischen Colonie in Egypten zur additionellen Ausstellung des Welthandels

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den grössten Theil der in dieses Fach einschlagenden Artikel 
in den couianten Qualitäten liefert. Die Möbel-Industrie hat in 
genanntem Lande in jüngster Zeit einen grossen Aufschwung 
genommen, und man hat dort namentlich dem Exportgeschäfte 
lür diesen Artikel schon desshalb eine grosse Aufmerksamkeit 
gewidmet, weil die ihn fabricirenden Städte selbst meistens 
Hafenplätze sind und somit jede Landfracht vermieden wird, 
sowie auch, weil durch die Nähe Italiens zum Orient es vor- 
theilhaft mit den anderen Erzeugungsländern concurriren kann. 
Italien, und zwar Livorno und Umgebung, liefert uns nun na 
mentlich sämmtliche Möbel aus Mahagoniholz, welche es nach 
französischem Muster, aber billiger (wenn auch nicht so gut) 
herstellt, und zwar Schränke, Commoden, Waschtische, Toilet 
tentische, sowie alle sonstigen Arten Tische, Consols und in 
letzter Zeit auch eine Imitation der Marseiller Stühle. Eine 
wichtige Specialität Livorno’s sind ferner eiserne, sogenannte 
Genueser Bettstellen, welche hier von allgemeinem Gebrauche 
sind. Man beginnt in jüngster Zeit auch die englischen guss 
eisernen Bettstellen nachzumachen, und wir glauben, dass in 
Anbetracht der niedrigeren Fracht Italien auch in diesem Artikel 
in der Folge eine wichtige Rolle auf unserem Markte spielen 
wird. 
Nächst Italien ist Oesterreich die bedeutendste Bezugs 
quelle, indem es uns in nicht unbedeutenden Quantitäten Möbel 
aus Nussholz, die in Friaul, namentlich in Cormons erzeugt 
weiden, liefert, und zwar Kleider- und Glasschränke, Gestelle 
zu Divans und ordinäre Stühle in Form der Marseiller, aber viel 
billiger. Aus Oesterreich beziehen wir ferner die weltbekannten 
Stühle aus gebogenem Holze, welche hier eine grosse Verbrei 
tung gefunden haben. 
Frankreich liefert uns mehr Luxusmöbel und Gestelle zu 
Salonmöbeln; letztere werden ausschliesslich aus Paris impor- 
tirt, da die Erzeugnisse jener Stadt hier vorteilhafter und 
geschmackvollei, als die aller anderen Orte gefunden werden. 
In kleinen Quantitäten beziehen wir ferner aus Frankreich die 
selben Sorten Möbel, wie aus Italien, aber von besserer Qualität, 
die denn auch viel teurer zu stehen kommen und daher nur 
massigen Absatz haben. Paris liefert alsdann den Häusern des
	        
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