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Full text : Volkswirthschaftliche Studien über Alexandrien und das untere Nil-Thal: ein Beitrag des k. u. k. General-Consulates und der österreichisch-ungarischen Colonie in Egypten zur additionellen Ausstellung des Welthandels

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3  Kantar  Baumwolle  an.  Da  man  aber  in  den  letzten  Jahren
stark  auf  den  Anbau  sogenannter  weisser  Baumwolle  übergegangen ­
  ist,  welche  einen  Ertrag  von  5  Kantar  und  darüber
liefert,  so  dürfte  heute  die  Annahme  von  3'/ a  Kantar  als  Durchschnitt ­
  nicht  zu  hoch  gegriffen  sein.
Auch  in  Sudan,  in  der  Zone  von  Suakini,  hat  der  Vicekönig
  die  Baumwollcultur  einzuführen  versucht,  und,  wie  es
scheint,  mit  gutem  Erfolge.  Regelmässig  wiederkehrende  Strichregen ­
  sollen  gerade  in  den  für  die  Reife  geeigneten  Zeitpunct
fallen  und  die  Entwicklung  befördern,  während  die  projectirten
Bahnen  die  Herbeischaffung  der  Ernte  wesentlich  leichter  und
billiger  gestalten  dürften.  Man  rechnet  daher  mit  der  Zeit  auf
einen  sehr  ergiebigen  Zuwachs  aus  jener  Gegend  zu  dem  bisher
für  den  Export  verfügbaren  Quantum.
Ueber  dieses  ertheilt  nebenstehende  Tabelle  möglichst  genauen ­
  Aufschluss.
Der  inländische  Consum  kann  nur  ganz  unbedeutend  sein,
denn  die  von  Mohamed  Ali  gegründeten  und  noch  von  Said
Pascha  fortgefiihrten  Spinnereien  sind  seither  unter  den  vereinigten ­
  Nachtheilen  theurer  Brennstoffe,  mangelnder  Wasserkraft,
ungenügender  Arbeitsverhältnisse  und  auf  die  feinen  Maschinen
deteriorirend  wirkender  Witterungseinflüsse  ganz  eingegangen.
Die  Baumwolle  wird  zumeist  im  März  gesäet  und  reift,
je  nach  der  Pflege,  in  fünf  bis  sieben  Monaten.  Früher  Hess
man  dieselbe  Staude  drei  bis  fünf  Jahre  tragen,  jetzt  erneuert
man  den  Samen  ziemlich  allgemein  jedes  Jahr.
Die  gepflückte  Baumwolle  wird  im  Innern  des  Landes  in
ungereinigtem  Zustande,  d.  i.  inclusive  Samen,  gehandelt,  und
zwar  per  Kantar  von  315  Rottoli,  welche  bei  gewöhnlicher
Qualität  erfahrungsgemäss  durchschnittlich  100  Rottoli  (das
Rendement  variirt  von  95  bis  108  Rottoli)  reine  Baumwolle
ergeben.  Je  feiner  die  Qualität,  um  so  geringer  das  Ergebniss,
welches  bei  Sea  Island  z.  B.  nur  60  bis  80  Rottoli  beträgt.
Die  so  gekaufte  saatige  Baumwolle  wird  der  Egrenir-Maschine
  übergeben,  um  von  den  Kapsel  festen  und  Samen
befreit  zu  werden  (siehe  Baumwollsamen)  und  dann,  in  Säcken
oder  Ballen  verpackt,  nach  Alexandrien  befördert.  Nur  einzelne
Egreneurs,  welche  das  Baumwollgeschäft  für  eigene  Rechnung
            
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