MAK

Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Alexandrien und das untere Nil-Thal: ein Beitrag des k. u. k. General-Consulates und der österreichisch-ungarischen Colonie in Egypten zur additionellen Ausstellung des Welthandels

195 
grosse Bedeutung für die russischen Spinner, welche ihre Baum 
wolle, die früher den Weg über Triest nahm, dorthin dirigiren 
lassen. In den Transport derselben theilen sich die nach Con- 
stantinopel verkehrenden Boote unter österreichischer, russischer 
und türkischer Flagge. 
Folgende sind die unter normalen Verhältnissen couranten 
Frachtraten per Dampfer nach: 
Liverpool 20 bis 25 Schilling per Tonne, 
Marseille 5 bis 7 Frcs. per 100 Kilogramme, 
Triest und Venedig fl. 1-20 per Centner, 
Odessa, für dampfgepresste Ballen fl. 1-10 per Centner. 
Der Antheil Oesterreichs an dem Consume egyptischer 
Baumwolle ist ein sehr geringer und wesentlich kleiner, als die 
Exportlisten nach Triest vermuthen lassen. 
Diese weisen für die Jahre 
18(34/1865 . . 11.709 Ballen 
1865/1866 . . 8.803 „ 
1866/1867 . . 13.865 „ 
1867/1868 . . 22.856 „ 
1868/1869 . . 16.950 „ 
1869/1870 . . 10.225 ,, 
1870/1871 . . 24.043 „ 
1871/1872 . . 11.930 „ 
auf, und zwar bei Annahme des am 30. September endenden Ge 
schäftsjahres, umfassen aber einen grossen Theil einfach transi- 
tirende Waare, die nach der Schweiz und Sttddeutschland, früher 
auch nach Russland bestimmt war. 
Der Grund zu dieser geringen Betheiligung liegt wohl 
hauptsächlich in den österreichischen Zollverhältnissen, welche 
es den dortigen Spinnern nicht erlauben, die fremde Concurrenz 
in feinen Garnen gleich vortheilhaft zu bestehen. 
Der Exportzoll wird von der egyptischen Regierung mit 
l“/o auf dem jeweiligen Schätzungswerthe erhoben und dabei 
ein Disconto von 10»/ 0 eingeräumt. Am neunten jeden Monats 
wird dieser Tarif, der dann für den nächsten Monat Geltung hat, 
von der Regierung im Einverständnisse mit der Kaufmannschaft 
auf Basis eines Durchschnittspreises festgestellt. 
N*
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.