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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Alexandrien und das untere Nil-Thal: ein Beitrag des k. u. k. General-Consulates und der österreichisch-ungarischen Colonie in Egypten zur additionellen Ausstellung des Welthandels

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Gleich die ersten Unternehmungen scheinen kein unbefrie 
digendes Resultat ergeben zu haben, denn schon im Jahre 1852 
stieg der Preis auf 12i/ 2 P., dann auf 15 P.; aber erst im Laufe 
des Jahres 1855, nachdem es in Marseille gelungen war, ein voll 
kommen klares, reines Oel aus dem Samen zu gewinnen, und 
nachdem auch England als Käufer dafür auftrat, erreichte er 
42 P. und von da an konnte man Baumwollgarnen unter die Zahl 
der bedeutenderen Export-Artikel aufnehmen. 
Bis dahin war das ausgeführte Quantum nur sehr gering, 
denn ausser dem Vicekönig und den Prinzen, welche als die 
grössten Baumwoll-Pflanzer über stärkere Partien verfügten, 
hatte jeder einzelne kleine Baumwoll-Producent nur unbedeu 
tende Loose anzubieten, deren Aufkäufen sehr mühsam war, so 
dass die Jahres-Ausfuhr im Ganzen kaum 100.000 Ardebs 
erreichte. 
Die vermehrte Nachfrage und der lohnendere Preis gaben 
den Anstoss, die Gewinnung des Samens auf eine rationellere 
Weise zu betreiben, und gleichzeitig eine grössere Concentriruug 
in der Production anzustreben. 
So weit benützte man Reinigungsmaschinen, welche mit der 
Hand getrieben wurden, und aus zwei kleinen, mit Leder besetz 
ten Walzen bestanden, zwischen denen die saatige Baumwolle 
durchgezwängt wurde, um sie vom Samen zu trennen. Ausser 
vielen zerquetschten Körnern hatte diese primitive Maschine den 
Nachtheil, den Samen nur unvollkommen von den anhängenden 
Fasern ganz zu befreien — der langsamen Manipulation gar 
nicht zu gedenken, denn die Productionsfähigkeit einer solchen 
Handmaschine wäre nur 15 bis 20 Rottoli reiner Baumwolle per 
Tag. 
Auf dieses Quantum entfielen ungefähr 35 Rottoli Samen 
und da jeder Bauer in der Regel nur das Product seiner eigenen 
Felder agrenirte, so lässt sich leicht erkennen, wie mühsam es 
sein musste, ein Geschäft darin zu Stande zu bringen. 
Im Jahre 1857 begann man nun diese Handmaschine zu 
beseitigen, und sie durch zeitgemässere, mit Dampf getriebene, 
M. Carthy Gins zu remplaciren, welche in den gewöhnlichen 
zehn Arbeitsstunden ungefähr 160 Rottoli reine Baumwolle und, 
bei Annahme der regelmässigen Rendements von °-/ 3 bis s/ 4 Ardeb
	        
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