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Full text : Volkswirthschaftliche Studien über Alexandrien und das untere Nil-Thal: ein Beitrag des k. u. k. General-Consulates und der österreichisch-ungarischen Colonie in Egypten zur additionellen Ausstellung des Welthandels

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nächsten  Samen-Ernte  starke  Posten  von  der  Regierung,  welche
in  manchen  Fällen  mit  dev  Daira  gemeinschaftliche  Interessen  zu
haben  scheint,  auf  Lieferung  per  November  bis  Februar  gegen
anticipirte  Zahlung  verkauft.  Diese  Operationen  sind  eigentlich ­
  eher  als  ein  beliebter  Geldbeschaffungs-Modus  zu  qualificiren,
  denn  an  die  Erfüllung  des  Contractes  wird  nie  gedacht ­
  und  in  den  seltensten  Fällen  könnte  die  Daira  auch  müden ­
  zehntenTheil  des  engagirten  Quantums  liefern,  welches  sich
vor  einigen  Jahren  auf  über  ly g  Millionen  Ardebs  bezifferte.  In
der  Regel  tritt  bei  Ablauf  der  Lieferungsfrist  ein  Ristorno  ein,
der  den  Firmen-Besitzern  stets  eine  hohe  Verzinsung  des  vorgeschossenen ­
  Geldes  sichert,  dem  Finanzminister  aber  insofern
zu  Statten  kömmt,  als  er  an  Zahlungstatt  8  bis  12  monatliche  Bons
ausgibt,  die  schwebende  Schuld  daher  ohne  eine  specielle  Operation ­
  prolongirt  und  die  wirklich  einlangende  Waare  gegen
haare  Zahlung  wieder  verkauft.  Der  Kostenpunct  der  Geldbeschaffung ­
  wird  dabei  nicht  berücksichtigt,  und  die  commercielle
Welt  Alexandriens  lauert  auf  diese  stets  Gewinn  bringenden  Geschäfte, ­
  welche  sie  unter  der  Aegide  einer  oder  der  anderen  der
hier  etablirten  Banken  gern  unternimmt.  Die  betreffende  Bank
leitet  gegen  eine  Provision  das  Tractat  beim  Einkäufe  und  Ristorno ­
  und  besorgt  die  Geld-Operation  für  ihre  Clienten.
Der  Werth  des  Baumwoll-Samens  hängt  von  seiner  Reinheit
und  Fülle  ab.  Je  freier  der  Samen  von  Baumwollfasern,  um  so
geringer  ist  der  Verlust  an  Oelgehalt,  der  im  entgegengesetzten
Falle  von  der  Baumwolle  absorbirt  wird  und  schwer  zurückzugewinnen ­
  ist.  Aus  diesem  Grunde  wird  der  Samen  der  langstapeligen ­
  Baumwolle,  von  welchem  sich  der  Stapel  schwerer
lostrennt,  stets  um  mehrere  Piasters  weniger  geschätzt,  als  der
gewöhnliche.
An  in  erkling.  Die  im  Cercle  oriental  «.»gestellte  Probe  des  Samens
von  sogenanntem  Galini  oder  feiner  Baumwolle  weist  so  ziemlich  das
Beste  auf,  das  in  diesem  Lande  producirt  wird.  Aus  solchem  Samen
werden  25  Percent  Oel  gewonnen.
Aber  auch  die  Farbe  des  Samens  ist  entscheidend,  denn
wenn  sie  in’s  Röthliche  spielt,  ist  diess  ein  Beweis  der  Unreife,
wodurch  der  Oelertrag  reducirt  wird.  Der  gute  Samen  muss  also
schwarz  sein.
            
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