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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Alexandrien und das untere Nil-Thal: ein Beitrag des k. u. k. General-Consulates und der österreichisch-ungarischen Colonie in Egypten zur additionellen Ausstellung des Welthandels

wobei der Firmenbesitzer an Zahlungsstatt langsichtige Anwei 
sungen erhält. 
Es istdiess eine bei der egyptischen Regierung beliebte 
Finanz-Operation zur stillschweigenden Prolongation der schwe 
benden Schuld, welche indessen trotz ihrer anscheinenden Ein 
fachheit dem Ae rav durchschnittlich theuer zu stehen kömmt. 
Das Tractat dieser Operationen wird meistens durch eines 
der hiesigen Bankinstitute gegen Provision geleitet. 
Das Getreidegeschäft ist zum grössten Theile in Händen 
griechischer, dann englischer Kaufleute, welche dieWaarc ihren 
Häusern in England zu consigniren pflegen. Commissionsweise 
wird wenig in dem Artikel gearbeitet und ist in diesem lalle 
21/„—3°/„ der curante Commissionssatz. 
Bis der neue Hafen dem Verkehre eröffnet werden wird, 
muss man sich zur Verladung der Lichterschiffe bedienen, was 
nicht nur kostspielig, aber auch in jeder Hinsicht unsicher ist. 
Ausser dem Exportzoll von 1% weniger 10% Disconto auf 
den monatlich festgestellten Durchschnittswerth, welchen die 
Regierung zu erheben berechtigt ist, wird die Waare mit einem 
kleinen .Strassengeld behufs Erhaltung des Pflasters nach dem 
Landungsplätze belastet. 
Zur Expedition nach Europa benützt man je nach Umständen 
und Frachtconvenienz entweder Dampfer oder Segelschiffe. 
Erstere sind beinahe ausschliesslich englischer Flagge, während 
bei letzteren alle Nationen theilnehmen, so z. B. im Jahre 1871: 
46 Oesterreicher mit 198.120 Ardebs Bohnen und Weizen nach 
englischen, 7 mit 24.371 Ardebs nach französischen Häfen. 
Als normale Frachtsätze kann man folgende bezeichnen: 
per Segelschiff nach England 3»/ t —4 Schillinge per Quarter 
von 480 Pfd., 
per Segelschiff nach Marseille 14—15 Frcs. per 1000 Kilos, 
per Dampfer nach England 4—41/4 Schillinge per Quarter 
von 480 Pfd., 
per Dampfer nach Marseille 20—25 Frcs. per 1000 Kilos. 
Die Total-Ausfuhr aus Alexandrien wird durch vorstehende 
Tabelle (S.220 u.221) übersichtlich gemacht, wobei nicht übersehen 
werden darf, dass vorher der einheimische Consum gedeckt werden 
musste, welchen man auf mindestens 5 Millionen Ardebs anschlägt.
	        
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