Gummen,
Von Leopold Stross.
Der grösste I heil der in Europa zum Verkaufe kommenden
Gummen wird aus Egypten exportirt, nur ein verhältnissmässig
geringes Quantum von Senegal, vom Gap der guten Hoffnung,
von Australien und Ostindien.
Trotz des enormen Aufschwunges der in allen Industriezweigen,
welche Gummi verwenden, in den letzten Jahren Platz
gegriffen hat, ist der Verbrauch dieser Drogue in Folge der Einführung'
von Dextrin kein bedeutenderer, ja in gewissen Sorten
sogar ein geringerer geworden.
Die wichtigste und verlangteste aller Gattungen ist „Gummi
arabicum“ und die beste Provinienz dieser Sorte die von Kordofan.
Die Waare ist mattweiss, leicht löslich, grosskörnig, hat
einen starken muscheligen Bruch und wird umsomehr geschätzt,
als sich darin weniger Staub und Holzrinde durch unvorsichtiges
Sammeln oder absichtliches Zuthun vorfinden.
Sennarie-Waare, aus den östlicheren Partien des Sudans
kommend, mit härterem und schwerer löslichem Korne und Gezire
mit gelblicher Farbe sind weniger beliebt.
Nächst dem Gummi arabicum ist Gummi talcn die gesuchteste
Gattung. Die Waare hat ein sehr kleines Korn mit ziemlich
starker röthlicher oder gelblicher Färbung, und enthält
ziemlich viel Beimischung von Staub und kleinen Holzstückchen.
Eine feine aber minder gesuchte Sorte bildet der für die
Seidenfärberei viel verwendete Gummi-Fahmi, welcher sich durch
ein besonders festes, sehr schwer zerbrechliches, sehr grosses
starkes, muschliges, hellrothes Korn auszeichnet, im Handel aber
fast nie rein, sondern meistens unter Beimischung von Liti