Straussfedern.
Von Leopold S t r « s s.
In den letzten Jahren ist der Handel in diesem Putzartikel
ein äusserst schwieriger geworden, weil schon an den Orten, wo
derselbe gesammelt wird, eine derartige Manipulation statttindet,
dass ein reeller Kauf unmöglich wird, indem in Folge ab
sichtlichen Untereinandermischens der verschiedenen Sorten
und Zuthat von Bindfaden diese so theuere Waarengattung sich
beinahe jeder Controle entzieht. Unter feine, weisse Waare
eistei und zweiter Wahl werden graue oder schmutzigweisse,
oder fehlerhafte oder gar ganz kurze Federn (Coden), selbst so
genannte Stocken (bartlose Federn (gemischt; unter die schwarze
Waare graue, unter die langen Federn kurze gemengt u. s. vv.
Dabei wild auf jeden Hund, theilweise um die betrügerische
Beimischung unbemerkbar zu machen, mehr aber noch um
an Gewicht zu gewinnen, eine solche Menge Stricke auf
gebunden, dass man füglich 25—40% dafür in Rechnung zu
bringen hat.
Wir unterscheiden zweierlei Provenienzen, die eine aus
dem Sudan, die andere von der Ostküste des rothen Meeres,
Yemen.
Die Sudan-Waare gelangt auf zwei Wegen nach Cairo: ent
weder Nil-abwärts aus dem tiefenSudan,und diese bildet die
wolligere feinere Gattung und auch die weniger betrügerisch be
handelte, oder über Suit, in welchem Orte die Waare der fraudu-
lösesten Behandlung unterzogen wird, während sie an und für
sich schon nicht so flaummig und zart ist, als die erstere.
Yemen-Federn, welche über Suez nach Cairo kommen, sind
schön glänzend, aber dünnfädig und desshalb nicht so geschätzt
wie Sudan-Waare. Sie erleiden ebenfalls eine der Sinter gleiche