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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Alexandrien und das untere Nil-Thal: ein Beitrag des k. u. k. General-Consulates und der österreichisch-ungarischen Colonie in Egypten zur additionellen Ausstellung des Welthandels

Straussfedern. 
Von Leopold S t r « s s. 
In den letzten Jahren ist der Handel in diesem Putzartikel 
ein äusserst schwieriger geworden, weil schon an den Orten, wo 
derselbe gesammelt wird, eine derartige Manipulation statttindet, 
dass ein reeller Kauf unmöglich wird, indem in Folge ab 
sichtlichen Untereinandermischens der verschiedenen Sorten 
und Zuthat von Bindfaden diese so theuere Waarengattung sich 
beinahe jeder Controle entzieht. Unter feine, weisse Waare 
eistei und zweiter Wahl werden graue oder schmutzigweisse, 
oder fehlerhafte oder gar ganz kurze Federn (Coden), selbst so 
genannte Stocken (bartlose Federn (gemischt; unter die schwarze 
Waare graue, unter die langen Federn kurze gemengt u. s. vv. 
Dabei wild auf jeden Hund, theilweise um die betrügerische 
Beimischung unbemerkbar zu machen, mehr aber noch um 
an Gewicht zu gewinnen, eine solche Menge Stricke auf 
gebunden, dass man füglich 25—40% dafür in Rechnung zu 
bringen hat. 
Wir unterscheiden zweierlei Provenienzen, die eine aus 
dem Sudan, die andere von der Ostküste des rothen Meeres, 
Yemen. 
Die Sudan-Waare gelangt auf zwei Wegen nach Cairo: ent 
weder Nil-abwärts aus dem tiefenSudan,und diese bildet die 
wolligere feinere Gattung und auch die weniger betrügerisch be 
handelte, oder über Suit, in welchem Orte die Waare der fraudu- 
lösesten Behandlung unterzogen wird, während sie an und für 
sich schon nicht so flaummig und zart ist, als die erstere. 
Yemen-Federn, welche über Suez nach Cairo kommen, sind 
schön glänzend, aber dünnfädig und desshalb nicht so geschätzt 
wie Sudan-Waare. Sie erleiden ebenfalls eine der Sinter gleiche
	        
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