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Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Alexandrien und das untere Nil-Thal: ein Beitrag des k. u. k. General-Consulates und der österreichisch-ungarischen Colonie in Egypten zur additionellen Ausstellung des Welthandels

dalior theuerer Transportverhältnisse sowol bei dem Bezüge von 
Kohlen, als bei Expedition des Zuckers zu leiden hatten. Die 
auf dem linken Nil-Ufer angelegte Bahn ist soweit bis Roda 
eröffnet und soll demnächst bis Assuan verlängert werden. 
Man kann die ganze Zucker-Industrie füglich als Regierungs- 
Monopol betrachten, denn der Anbau des Zuckerrohrs beschränkt 
sich auf die Domänen des Vicekönigs, ist für den Fellah so gut 
wie unerreichbar, und auch die Raffinerien sind durchgehends 
vicekönigliches Eigenthum. 
ln Mittel- und Ober-Egypten, wo sich Land und Klima zu 
dieser Cultur besonders eignen, ist ihr ein bedeutender Grund- 
oomplex (man nennt 150.000 Feddans) gewidmet, und werden 
die zum Anbau nothwendigen Wassermassen durch Dampf- 
pumpen herbeigeschafft. Man pflanzt das Rohr im Monate März 
und schneidet das für die Raffinerien bestimmte vom December 
angefangen, wo dann die Thätigkeit der Fabriken beginnt. 
Genaue Daten über die Productionsverhältnisse lassen sich 
nicht ermitteln; von Seiten der Regierung sind sie nicht zu 
erlangen, und die von officiösen Kreisen colportirten verstossen 
zu sehr gegen die aus den Export-Tabellen sich ergebenden 
Factas, um Anspruch auf Glaubwürdigkeit machen zu können. 
Wenn man die Hoffnung, in nächster Zeit einen Ertrag 
von 2 Millionen Zucker zu erzielen, ziemlich allgemein aus 
sprechen hört, so dürfte diess dahin auszulegen sein, dass die 
vorhandenen Maschinen eine solche Leistungsfähigkeit besitzen: 
ob aber die nöthigen Arbeitskräfte vorhanden sind, um das dazu 
erforderliche Quantum Rohr zu bauen und einzubringen, ob das 
Land durch diesen ununterbrochenen Anbau nicht zu sein- 
erschöpft wird, und ob die sonstigen Vorbedingungen überhaupt 
existiren, um zu diesem erhofften Resultate zu gelangen, das 
sind Fragen, welche sich nicht beantworten lassen. 
für jetzt muss man mit den bekannten Factoren rechnen, 
und diese ergeben für das Jahr 1871 einen 
Export von ungefähr 350.000 Kantar, 
der Local-Consumo lässt sich mit 150.000 
annehmen, somit gelangt man zu einem Total- 
Erträgniss von ( 
für das Jahr 1871. 
500.000 Kantar
	        
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