Allgemeine Bemerkungen über den Importhandel.
Von Stross.
Bei dem Mangel glaubwürdiger statistischer Tabellen musste
man sich fast überall auf mühsam zusammengesuchte ungefähre
Angaben beschränken. Dieser Mangel an Statistik ist beim Im-
porthandcl noch weit fühlbarer als beim Export; denn während
beim Export die Tabellen des Zollhauses und der Schifffahrts-
Compagnien sichere Anhaltspuncte gewähren, nützen sie beim
Import äusserst wenig, da oft hundert Artikel in eine und die
selbe Kategorie fallen. Wenn wir z. B. im Einfuhrmanifest einer
Schiffgesellschaft Cotonnerie, Caneri, Quineaillerie, ferramenti oder
merci lesen, wissen wir damit noch nicht, wie viel Indiennes, wie
viel Tuch, wie viel Tabak-Etuis, und wie viel Nägel importirt
w urden; und aus den Declarationen des Zollhauses können wir
aus demselben Grunde nicht viel klüger werden. Die Referenten
über den Importhandel mussten sich demnach blos auf kurze
Bemerkungen Uber die einzelnen Artikel selbst, über deren grös
seren oder geringeren Bedarf für den hiesigen Markt, auf die
Angabe deren gegenwärtiger Preise, und auf die Nennung jener
Plätze beschränken, woher dieselben zumeist bezogen wurden.
Im Allgemeinen bemerken wir bei den meisten Artikeln eine
stete Zunahme des Consums, einestheils, weil der Handel mit
dem Innern nicht mehr auf so riesige Schwierigkeiten stösst, wie
früher, anderntheils, weil die Eingeborenen während des egyp-
tischen goldenen Zeitalters, d. h. zurZeit des americanisehen
Krieges, sich an viele Artikel derart gewöhnt hatten, dass ihnen
Manches Bedürfniss geworden, was früher blos Luxus schien.
Eine Geschichte der Preise wäre für den Geschäftsmann
von wenig Werth, und könnte höchstens für den Culturhistoriker
[Egypten.] C