MAK

Full text: Volkswirthschaftliche Studien über Alexandrien und das untere Nil-Thal: ein Beitrag des k. u. k. General-Consulates und der österreichisch-ungarischen Colonie in Egypten zur additionellen Ausstellung des Welthandels

35 
Araber darf aber laut Koran weder Zinsen nehmen noch geben, 
und es bleiben daher die Forderungen der Europäer an die Ein- 
gebornen, trotzdem zwischen Verfall und Zahlung eines Wech 
sels oft Monate liegen, unverzinst. Die Consequenzen des eben 
besprochenen üebels sind leicht zu zieheu. Um ein Geschäft in 
Egypten zu führen, bedarf es weit bedeutenderer Mittel, als zu 
demselben Geschäfte in Europa erforderlich wären; es muss also 
hier entweder das eigene Capital oder der Credit in viel grös 
serem Masse in Anspruch genommen werden, als in Europa. 
Hiermit hätten wir so ziemlich Alles angedeutet, was den 
hiesigen Importhandel im Allgemeinen an'geht, und wenden uns 
nun zu dessen Beziehungen zur Weltausstellung. 
Wenn die Industriellen aus derselben irgend welchen prak 
tischen Nutzen ziehen wollen, müssen sie wohl vor allem Andern 
die Ursachen zu ergründen suchen, die sie bisher verhinderten, 
mit anderen Ländern in einem oder dem andern Artikel für den 
Welthandel in Concurrenz zu treten. Die Weltausstellung bietet 
den Industriellen ein ungemein reiches Material, ein äusserst 
ausgiebiges Feld der Beobachtung, welches, mit Intelligenz be 
nützt, von unschätzbarem Werthe zu werden verspricht. Der In 
dustrielle kann sichihier durch gründlichen Vergleich seiner Er 
zeugnisse mit denen anderer Länder die volle Ueberzeugung 
holen, ob die. Hindernisse, welche ihn abhielten, für dieseu oder 
jenen Artikel mit andern Ländern in Concurrenz zu treten, zu 
beseitigen sind oder nicht. Im ersteren Falle, wo also der In 
dustrielle nur mit Nebenfragen, oder besser gesagt, mit Fac- 
toren zu kämpfen hat, die zu überwältigen er sich stark genug 
fühlt, wird er dem Artikel, um welchen es sich handelt, eine er- 
höhtere Aufmerksamkeit zuwenden, denn bisher, ja keine An 
strengungen und Opfer scheuen, die zur Beseitigung jener Hin 
dernisse beitragen könnten, wegen welcher er seine Fabricate 
bisher nicht dem Welthandel zuführen konnte. Die sichere Aus 
sicht auf Erfolg wird seiner Leistungsfähigkeit eine unendliche 
Spannkraft verleihen, und frischer Muth an die Stelle einer 
Apathie treten, die fast immer im Gefolge eines Unternehmens 
ist, dessen Gelingen mehr oder weniger in Frage steht. 
Im zweiten Falle, wenn nämlich der Industrielle mitLebens- 
fragen oder vielmehr mit Factoren zu rechnen hat, deren Gewäl 
lt
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.