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Die Zahl der aus Europa Kommenden nahm von Woche zu
Woche zu, die Lucrativität des Coton-Exportes von Tag zu Tag
ah, und es blieb nichts übrig, als das leichter zugängliche Im
portgeschäft mehr auszubeuten.
Das Land, welches noch in den Kinderschuhen der Civili-
sation steckte, war ein zu enges Feld für diesen uuverhältniss-
mässig grossen, zu rapiden Zuwachs von Importeuren, und die
Folge davon war und ist ein fortwährendes Herabgehen des Ge
winnsatzes hei allen Einfuhrsartikeln.
Mit Egypten lässt sich also nicht dick verdienen, und wir
empfehlen den Industriellen die Adoptirung des englischen, für
den Welthandel allein richtigen Principes, wenig und oft zu ver
dienen.
Wenig, Gewinn und oft Gewinn, gibt vielen Gewinn.
Als dritten Punct haben wir billigere und reichlichere Ca
pitalien in Berücksichtigung, resp. Ausnützung des Principes der
Theilung der Arbeit angeführt.
Stark exportirende Länder bedürfen grosser und billiger
Capitalien, in wenigen Fällen aber stehen sie der Industrie in
jenem Masse und so billig zur Verfügung, als diess zu deien
rationellen Entfaltung nothwendig wäre.
Wir sehen im Gegentheile oft genug die intelligentesten und
ehrenhaftesten Industriellen mit finanziellen Calamitäten käm
pfen, ohne Capitalisten zu finden, die zu billigen Conditionen
ihrer Geldnoth ein Ende machten.
Wir schreiben diese bedaucrnswerthe Lage der Dinge dem
Umstande zu, dass der Zwischenhandel noch in den meisten
Ländern nicht genugsam ausgebildet ist, und oft auch mit unge
nügenden und theueren Capitalien arbeitet.
Mit wie viel Erfolg greift der Zwischenhandel in England
der Industrie unter die Arme!
Der englische Fabrikant kümmert, sich in den allermeisten
Fällen nur um’s Produciren, darauf verwendet er alle seine
Kräfte, darauf seine ganze Aufmerksamkeit.
Das Consumiren oder vielmehr seinen Erzeugnissen Consum
zu verschaffen, das überlässt er dem reichen Zwischenhandel,
der durch sofortige,Baarzahlung der Waare, oft auch (bei klei
nen Industriellen) durch Vorschüsse oder billigere Liefeiung des