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Full text : Volkswirthschaftliche Studien über Alexandrien und das untere Nil-Thal: ein Beitrag des k. u. k. General-Consulates und der österreichisch-ungarischen Colonie in Egypten zur additionellen Ausstellung des Welthandels

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Seit  ungefähr  einem  Jahre  haben  die  Kohlenpreise  bekannter
Weise  eine  ebenso  rasche  als  unerwartete  Steigerung  erfahren;
—  einerseits  waren  es  die  Strikes  der  Arbeiter,  andererseits
der  ausserordentliche  Aufschwung  der  Eisen  -  Industrie,  welche
diese  Erscheinung  hervorriefen;  denn  während  die  Production
durch  die  Arbeiterbewegung  aufgehalten  wurde,  stellten  die
Eisengewerke  gleichzeitig  um  so  grössere  Ansprüche  daran.
In  Folge  davon  ist  der  Werth  der  Kohlen  um  nahe  an
75  Procent  gestiegen;  während  er  z.  B.  in  Newcastle  durch  eine
Reihe  von  Jahren  auf  9‘/*  bis  10  Schilling  per  Tonne  stand,  ist
der  Artikel  heute  zu  16  a  18  Schilling  gesucht.
Wie  schwer  augenblicklich  die  Production  mit  demConsume
Schritt  halten  kann,  erhellt  zur  Genüge  aus  dem  Umstande,  dass
für  prompte  Abladungen  mit  Dampfern  2  Schilling  pr.  Tonne
mehr  bezahlt  werden  muss,  als  für  ebenfalls  prompte  Expedition
mit  Segelschiffen;  —  mit  anderen  Worten:  für  die  Ausnützung
von  ungefähr  14  Tagen  längerer  Lieferzeit,  bedingt  durch  die
üblichen  Liegetage,  bewilligt  der  Abgeber  der  Kohle  einen
Nachlass  von  11  Procent  auf  den  Preis!
Die  allgemeine  Meinung  scheint  eine  weitere  Preissteigerung
zu  erwarten;  indess  darf  nicht  übersehen  werden,  dass  der  jetzige
hohe  Werth  eine  möglichst  grosse  Einschränkung  in  dem  Consume
  befürworten  und  der  Sporn  sein  dürfte  zu  neuen  dahin
zielenden  Erfindungen  auf  dem  Felde  der  Technik.
Unter  allen  Umständen  indess  werden  die  höheren  Ansprüche
der  Arbeiter  die  Rückkehr  zu  dem  früheren  Werthe  des  Artikels
kaum  zulassen.
Bei  einem  so  voluminösen  und  zugleich  verhältnissmässig
billigen  Artikel  wie  Kohlen  bildet  die  Fracht  einen  berücksichtigenswerthen
  Factor  und  daher  wollen  wir  diesen  Gegenstand
etwas  eingehender  behandeln.
Durch  die  exceptionellen  Ernteverhältnisse  in  Egypten  concentrirt
  sich  der  Export  des  Landes  auf  die  Wintermonate.  Es
ist  daher  natürlich,  dass  während  dieser  Periode  ein  starker
Begehr  nach  Schiffen  herrscht  und  diese  somit  regelmässig  gute
und  lohnende  Verwendung  finden.  Im  wohlverstandenen  eigenen
Interesse  müssen  es  die  europäischen  Rheder  daher  so  einrichten,
dass  ihre  Schiffe  immer  in  dieser  Zeit  hieher  gelangen,  und  um
            
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