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Seit ungefähr einem Jahre haben die Kohlenpreise bekannter
Weise eine ebenso rasche als unerwartete Steigerung erfahren;
— einerseits waren es die Strikes der Arbeiter, andererseits
der ausserordentliche Aufschwung der Eisen - Industrie, welche
diese Erscheinung hervorriefen; denn während die Production
durch die Arbeiterbewegung aufgehalten wurde, stellten die
Eisengewerke gleichzeitig um so grössere Ansprüche daran.
In Folge davon ist der Werth der Kohlen um nahe an
75 Procent gestiegen; während er z. B. in Newcastle durch eine
Reihe von Jahren auf 9‘/* bis 10 Schilling per Tonne stand, ist
der Artikel heute zu 16 a 18 Schilling gesucht.
Wie schwer augenblicklich die Production mit demConsume
Schritt halten kann, erhellt zur Genüge aus dem Umstande, dass
für prompte Abladungen mit Dampfern 2 Schilling pr. Tonne
mehr bezahlt werden muss, als für ebenfalls prompte Expedition
mit Segelschiffen; — mit anderen Worten: für die Ausnützung
von ungefähr 14 Tagen längerer Lieferzeit, bedingt durch die
üblichen Liegetage, bewilligt der Abgeber der Kohle einen
Nachlass von 11 Procent auf den Preis!
Die allgemeine Meinung scheint eine weitere Preissteigerung
zu erwarten; indess darf nicht übersehen werden, dass der jetzige
hohe Werth eine möglichst grosse Einschränkung in dem Consume
befürworten und der Sporn sein dürfte zu neuen dahin
zielenden Erfindungen auf dem Felde der Technik.
Unter allen Umständen indess werden die höheren Ansprüche
der Arbeiter die Rückkehr zu dem früheren Werthe des Artikels
kaum zulassen.
Bei einem so voluminösen und zugleich verhältnissmässig
billigen Artikel wie Kohlen bildet die Fracht einen berücksichtigenswerthen
Factor und daher wollen wir diesen Gegenstand
etwas eingehender behandeln.
Durch die exceptionellen Ernteverhältnisse in Egypten concentrirt
sich der Export des Landes auf die Wintermonate. Es
ist daher natürlich, dass während dieser Periode ein starker
Begehr nach Schiffen herrscht und diese somit regelmässig gute
und lohnende Verwendung finden. Im wohlverstandenen eigenen
Interesse müssen es die europäischen Rheder daher so einrichten,
dass ihre Schiffe immer in dieser Zeit hieher gelangen, und um