Mehl.
Bericht von Giacomo di G. Russi.
Egypten, welches einstens wegen seiner ergiebigen Getreide-
Ernten die Kornkammer der Welt genannt wurde, entspricht
dieser Benennung heute nicht mehr, denn, wenn es auch noch
Brotstoffe exportirt, so geschieht diess doch nur in verschwindend
kleinen Proportionen. Die entschieden besseren finanziellen
.Resultate, welche man durch Anpflanzung von Baumwolle erzielt,
haben die allgemeine Aufmerksamkeit diesem Artikel zugewen
det; die weitaus grössten Länderstriche werden damit bepflanzt
und dem Getreideanbaue dadurch insofern ein doppelter Nach
theil zugefügt, als die Baumwollcultur dem Boden einen grossen
Theil seiner productiven Kraft entzieht, ihn abschwächt und die
an und für sich kraftlose Qualität des egyptischen Weizens noch
weiter beeinträchtigt, wenn solche während einiger Jahre mit
Baumwolle bepflanzten Ländereien dazu verwendet werden.
Eben wegen diesem Mangel an Kraft ist es nothwendig,
dass die hiesigen Mühlen eine Mischung mit kräftigem russischen
Weizen vornehmen, um ein Mehl erzeugen zu können, das den
Ansprüchen der europäischen Colonie genügen kann.
Auf diese Weise arbeitet die Mühle Darblay in Alexandrien
und Cairo, welche einen grossen Theil des Local-Consums deckt,
und importirt jedes Jahr direct ihren Bedarf an russischem
Weizen.
Sie producirt täglich an 400 Säcke von je 80 Oka und
führt zeitweise, namentlich in Jahren ergiebiger Ernten, grosse
Posten davon nach England aus.
Im Jahre 1872 hatte sie für die durch Port Said ziehenden
egyptischen und türkischen Truppen monatlich 3000 Säcke dahin
zu liefern.