Die übrigen, in grosser Anzahl bestehenden kleinen Mühlen
haben als selbstständige Etablissements keine Bedeutung und
dienen hauptsächlich dazu, gegen einen bestimmten Satz das
Getreide von Privaten zu mahlen, welche es aus Geschmacksoder
ökonomischen Rücksichten vorziehen, ihren Bedarf auf
diese Weise anstatt durch Einkauf von Mehl zu decken.
Seit dem Jahre 1870 hat der Import von fremdem Mehl
bedeutend abgenommen, so dass 1872 nur ganz kleine Posten
Triester und ungarischer Marken ankamen, welche zur Erzeugung
guter Sorten Brotes und für die Zuckerbäcker unentbehrlich
sind.
Aus Russland, welches in früheren Jahren 2000 C. 2500
Säcke monatlich liieher lieferte, kam im verflossenen Jahre gar
nichts an, da der dortige hohe Preisstand den Import nicht lohnend
erscheinen Hess. Vor nicht langen Jahren noch war das
russische Mehl hier eine absolute Nothwendigkeit, und man
berücksichtigte den Preis gar nicht, wenn nur gutes Brot dadurch
hergestellt wurde. Es scheint daraus hervorzugehen, dass, da
das Land nicht mehr in dem früheren Flor ist, der Fellah und
die ärmere Volksclasse im Allgemeinen sich in ihren Bedürfnissen
eingeschränkt haben, und dass der von Natur nüchterne
Araber diess besser als irgend ein anderes Volk zu Stande
bringt.
Auch mag der reducirte G’onsum fremden Mehles theilweise
davon abhängen, dass der Eingeborne, lieber als sich desselben
zu bedienen — da er fremdartige Stoffe darunter gemischt fürchtet
— jede Art Hülsenfrüchte, die unter seinen Augen gemahlen
wurden, zur Bereitung seines Brotes vorzieht, um seinen Hunger
zu stillen.
Das in europäischen Bäckereien gebackene Brot untersteht
keinerlei Controle; daher wird denn auch möglichst getrachtet,
demselben ein besseres, consistenteres Ansehen zu geben; und
dazu diente ganz eminent das kräftige russische Mehl; das
österreichische entspricht diesen Anforderungen nur theilwei.se.
Folgende sind die aus Oesterreich importirten Marken:
Triester Dampfmühle in Fässern von 156 Pfund Netto;
Fontana von Triest, ebenfalls in Fässern von 156 Pfund;
Pannonia von Pest in Säcken von 220 Pfund;