Ueber die Importation österreichischer Biere in
Egypten,
Dieses in Oesterreich zu einem Glanzpunete gelangte
Erzeugnis hat auch in diesem Lande die ihm mit Recht gebüh
rende dominirende Stellung eingenommen. Namentlich hat die
Bequemlichkeit der Transporteinrichtungen dieses Bier bis heute
vor aller ausländischen Concurrenz gesichert. Man hat zwar
nicht unterlassen, mit bayerischem, schwedischem, englischem
und sonstigen anderen Bieren (die des geringen Consums wegen
nicht besonders ausgewiesen werden) zu concurriren, jedoch
fruchtlos; denn abgesehen von der Transportbequemlichkeit
sind die übrigen Biere wegen ihres grossen Alkoholgehaltes
der Gesundheit in diesem Klima abträglich. Man liebt hier im
Allgemeinen den Wechsel, und erscheint ein neues Bier, so
erfreut es sich stets grossen Zuspruches; diess dauert aber
gewöhnlich nur zwei bis drei Wochen; zuletzt nimmt man seine
Zuflucht wieder zum österreichischen Biere.
Die Bier-Importation, die seit 1863 erst nennenswerthe
Dimensionen erhielt, nahm in Folge des starken Consums durch
die rasch steigende europäische Colonie schnell zu und erreichte
im Jahre 1865 vor Ausbruch der Cholera seinen Culminations-
punct; dazumal war die Einfuhr circa 600 Eimer per Woche.
Durch die allmälige Geschäftsstockung nach Beendigung des
amerikanischen Krieges nahm zwar auch der Bierconsum wieder
ab, erhielt sich aber ziemlich regelmässig zwischen 360 bis
450 Eimern per Woche, und zwar erstere Zahl den Winter hin
durch, letztere während des Sommers.
Von allen österreichischen Bieren hatte das Liesinger den
grössten Absatz, und diess hauptsächlich wegen seiner Klar
heit, worauf hier viel gesehen wird.